Der Belgier Ben Hermans siegte 2018

© APA/EXPA/JFK

Sport
07/12/2019

Radsport: Die Höhepunkte für Gipfelstürmer

Am Freitag endet die Ö-Tour auf dem Kitzbüheler Horn. Das sind die legendärsten Anstiege für Profis und Amateure

von Florian Plavec

Entschieden wird die Ö-Tour am Freitag auf der sechsten und letzten Etappe am Kitzbüheler Horn (zum Livestream). Zum 20. Mal ist das Horn Etappenziel bei der größten Radsportveranstaltung Österreichs. Ab Kitzbühel sind 930 Höhenmeter zu bewältigen. Mit einer maximalen Steigung von 22,3 Prozent gehört der Anstieg zu den steilsten Radbergen Österreichs. Thomas Rohregger fuhr 2007 in 28:24 Minuten hinauf zum Alpenhaus.

Großglockner und Horn sind mit den legendärsten Anstiegen des Radsports durchaus vergleichbar. Nicht jedoch, was die Zahl der Fans an der Strecke betrifft.

Bis zu einer Million (!) Zuschauer sollen entlang der 21 (rücklaufend nummerierten) Kehren stehen, wenn die Stars der Tour de France nach Alpe d’Huez auf 1.850 Metern fahren. Knapp 14 Kilometer sind es ab dem Dorf Le Bourg-d’Oisans, bei einer maximalen Steigung von 14,8 Prozent. Hunderte Hobbyradler vergleichen Tag für Tag ihre Leistung mit Marco Pantani. Der (1997 wohl gedopte) Italiener schaffte den Anstieg in 37:35 Minuten.

Am 20. Juli steht bei der Tour die Bergankunft auf dem Tourmalet in den Pyrenäen auf dem Programm. Der Aufstieg von der Westseite auf den 2.115 Metern hohen Pass beginnt in Luz-Saint-Sauveur und überwindet auf 18,4 Kilometern eine Höhendifferenz von 1.405 Metern. Der Tourmalet wurde 1910 ins Tour-Programm übernommen und war seitdem 83 Mal ein Teil der Frankreich-Rundfahrt.

Bei der 18. Etappe am 25. Juli ist der Col du Galibier zu erklimmen. Der Galibier (2.642 m) war 1911 der erste große Alpenpass im Tour-Programm. Auf 23 Kilometern sind 1.172 Höhenmeter zu klettern. Maximale Steigung: knapp 11 Prozent. Oben steht ein Gedenkstein für Henri Desgrange, den Begründer der Tour de France.

Mit 1.909 Metern Höhe ist der allein in der Landschaft stehende Mont Ventoux als „Gigant der Provence“ bekannt. Auf 21,8 Kilometern sind bei einer Steigung von bis zu 11 Prozent 1.611 Höhenmeter zu überwinden. Bei einem normalen Berg würde das die Athleten schon ans Limit bringen, doch auf dem wüstenartigen, baumlosen Berg brennt die Sonne gnadenlos. 1967 erlangte der Berg traurige Berühmtheit, als der Brite Tom Simpson mit Amphetaminen vollgepumpt tot vom Rad fiel.

Am Stilfser Joch erinnert auf 2.760 Metern eine Statue an Fausto Coppi, der den Giro d’Italia fünf Mal gewann. „Ich dachte, ich würde sterben“, sagte er einst über seine Gefühle während des Anstiegs. Gewaltige 1.808 Höhenmeter sind auf 24,3 Kilometern zu bewältigen, die maximale Steigung beträgt 14 Prozent. Insgesamt hat die Straße auf beiden Rampen 87 Kehren.

Mehrmals war der Monte Zoncolan schon Etappenziel beim Giro. Der zehn Kilometer lange Anstieg auf den 1.730 Meter hohen Berg in den Karnischen Alpen überwindet 1.203 Höhenmeter, an zwei Stellen müssen Radler 20 und 22 Prozent steilen Rampen trotzen.