Sport
29.12.2011

Prock-Tochter Nina rodelt bei Jugend-Olympia

81 österreichische Athleten zwischen 15 und 18 Jahren werden an den 1.

Olympischen Jugend-Winterspielen (Youth Olympic Games, YOG) im Jänner in Innsbruck teilnehmen. Damit stellt das Gastgeberland das größte Kontingent der insgesamt 1.059 jungen Sportler. Einen ganz bekannten Nachnamen trägt Rodlerin Nina Prock, 16-jährige Tochter der rot-weiß-roten ÖRV-Legende Markus Prock.

"Es ist eine große Herausforderung, aber auch Ehre dabei zu sein", betonte Nina Prock im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Und wie ihr Vater hat auch sie Edelmetall im Visier. "Mein Ziel ist eine Medaille", bekräftigte die Tirolerin, die sowohl im Damen-Bewerb als auch mit der Teamstaffel, die erstmals auf dem olympischen Programm steht und als Testlauf für die Spiele 2014 in Sotschi (RUS) gilt, zum Favoritenkreis zählt.

Ihr 47-jähriger Vater ist die Rodel-Ikone in Österreich. Sechsmal in Serie von Sarajevo 1984 bis zu den Winterspielen 2002 in Salt Lake City war der nunmehrige ÖRV-Sportdirektor bei Olympia am Start, holte zweimal Silber und einmal Bronze. Dazu gab es 33 Weltcupsiege, zehnmal die große Kristallkugel für den Gesamtsieg und 14 WM-Medaillen, darunter fünf in Gold.

Da war es auch logisch, dass sich "Klein-Nina" ab ihrem neunten Lebensjahr in den Eiskanal begab, den sie inzwischen genauso ernst nimmt wie ihre schulische Ausbildung. Nina besucht das Sport-BORG in Innsbruck. "Unsere Lehrer haben viel Verständnis für die Fehlstunden und sind sehr kooperativ."

Und dann reist Nina, wenn sie im Winter im Jugend-A-Weltcup unterwegs ist, auch noch mit ihrer eigenen "Nachhilfe-Lehrerin". Miriam Kastlunger, aus Arzl bei Innsbruck, ist ein Jahr älter, bildet mit Nina das österreichische YOG-Damen-Team und hat denselben Traum vom olympischen Edelmetall. "Sie unterstützt mich sehr", streute Nina ihrer älteren Teamkollegin Rosen. Einen Unterschied gibt es jedoch zwischen den beiden Teenagern: Während Nina den Igler Eiskanal als ihre Heim- und Lieblingsbahn bezeichnet, sagt Kastlunger: "Ich bevorzuge technisch schwierigere Bahnen."

Neben den zwei Mädchen nominierte der ÖRV für die Weltjugendspiele noch die Burschen Armin Frauscher und David Gleirscher, dessen Vater Gerhard 1997 für den letzten österreichischen Herren-Einzelsieg in Igls gesorgt hat. Im Doppel geht der Vorarlberger Thomas Steu mit dem Innsbrucker Lorenz Koller an den Start. "Ich erwarte mir insgesamt zwei Medaillen", meinte Markus Prock zur Zielsetzung für die Heimspiele.

Olympia liegt bei den Procks scheinbar im Blut: Auch Ninas Cousin Gregor Schlierenzauer startete 2010 in Whistler erstmals bei Olympia und holte im Skispringen Gold mit dem Team und jeweils Bronze auf der Normal- und der Großschanze.

Bei der Jugendspielpremiere von 13. bis 22. Jänner in Innsbruck, Seefeld und Kühtai treten 1.059 Athleten aus 67 Nationen im Alter von 15 bis 18 Jahren an. In 15 Sportarten werden 63 Medaillenentscheidungen ausgetragen. Innsbruck war bereits 1964 und 1976 Austragungsort der Olympischen Winterspiele.