Traumhafter Abschlag: Pebble Beach lockt mit vielen Reizen

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Sport
06/13/2019

Pebble Beach: Wo Donald Trump ein Hole-in-One gelang

Der Schauplatz der 119. US Open hat nicht nur optische Reize zu bieten. Auch zwei Österreicher dürfen abschlagen.

von Philipp Albrechtsberger

In Pebble Beach wurde sogar der beinharte Clint Eastwood weich. Als die in vielerlei Hinsicht einzigartige Golf-Anlage an der Steilküste Kaliforniens zur Jahrtausendwende auch als einzigartig lukratives Spekulationsobjekt galt, schoss der Hollywood-Star wie gewohnt schnell. Mithilfe eines Konsortiums brachte Eastwood das amerikanische Juwel wieder in US-Besitz. Kostenpunkt: 820 Millionen Dollar.

Mittlerweile gleicht die Summe einem Schnäppchen. Kurz nach dem Kauf wurde Pebble Beach zum schönsten Golfkurs der USA gekürt, als erste öffentliche Anlage. „Dieser Kurs wurde vom Himmel entworfen“, sagte einst Johnny Miller, Mitglied der World Golf Hall of Fame, und nannte den Club „die schönste Zusammenkunft von Land und Meer“.

Nicht nur mit optischen Reizen weiß der Schauplatz der 119. US Open zu punkten. Das ab Donnerstag (live Sky Sport) beginnende, dritte Major-Turnier des Jahres ist reich an Besonderheiten.

  • - Es lebe die Demokratie

Die US Open sind traditionell das fairste der vier großen Golf-Turniere. Fast die Hälfte der 156 Starter mussten sich durch eine beinharte Qualifikation quälen. Insgesamt nahmen heuer 8.602 Spieler bei den Ausscheidungsturnieren auf der ganzen Welt teil. Zugelassen sind auch Amateure (mit einem Mindest-Handicap).

Dieser Umstand führt dazu, dass das Starterfeld stets auch aus Golfern besteht, die kuriose Geschichten zu den US Open mitnehmen – wie heuer Andreas Halvorsen. Der 22 Jahre alte Norweger irrte sich mit dem Standort des Qualifikationsturniers in Mexiko. Anstatt der vertrauten Anlage in Tijuana wurde auf dem ihm unbekannten Kurs im 4.300 Kilometer entfernten Cancún gespielt. Halvorsen landete um 1 Uhr früh, um 8.10 Uhr musste er abschlagen. 36 Spielbahnen später war er US-Open-Teilnehmer.

  • - Präsidial

Apropos Demokratie: Auf keiner anderen Golfanlage der Welt schlugen zuletzt mehr US-Präsidenten als beim jährlich stattfindenden Pro-Am-Turnier in Pebble Beach. Die jüngsten sechs US-Präsidenten folgten alle der Einladung. Donald Trump gelang 1993 auf Spielbahn 12 sogar ein Hole-in-One.

  • - Doppelt österreichisch

In den vergangenen Jahren war Bernd Wiesberger der rot-weiß-rote Alleinunterhalter in der großen, weiten Golfwelt. In Pebble Beach dürfen nun sogar zwei heimische Golfer ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellen. Wiesberger (erster Abschlag um 15.56 Uhr MESZ) ist bereits zum 20. Mal bei einem Major-Turnier dabei, Sepp Straka gibt um 15.45 Uhr MESZ sein Debüt auf allerhöchster Ebene. Er sei vom Glück verwöhnt und dankbar für die Möglichkeiten, sagte der Wiener beim ersten Anblick von Pebble Beach.

  • - In Tigers Revier

Vor 19 Jahren gewann Tiger Woods die US Open schon einmal in Pebble Beach. Sein Rekord-Vorsprung von 15 Schlägen auf den Zweiten hat bis heute Bestand. Nach dem Masters-Triumph im April jagt der 15-fache Major-Sieger die Allzeitbestmarke von Landsmann Jack Nicklaus (18): „Hypothetisch gebe ich mir noch zehn Jahre, dann sind das noch 40 Major-Turniere“, sagt der 43-Jährige.