Olympia: Italien ruft höchste Sicherheitsstufe vor der Eröffnung im San Siro aus
Über 6.000 Polizisten sollen einen reibungslosen und sicheren Ablauf der Spiele gewährleisten. Für die Wettkampfstätten hat die Staatspolizei ein umfassendes Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Dort kommen unter anderem Hundestaffeln und Sprengstoffexperten zum Einsatz. Versuche, bei Besuchern Angst vor Terror und anderen Gefahren zu schüren, das Ansehen der Spiele zu beschädigen oder den Ablauf zu sabotieren, werden angesichts des angespannten internationalen Klimas nicht ausgeschlossen.
Bereits während des Fackellaufs durch Italien kam es wiederholt zu Protesten israelkritischer Aktivisten. Aufgrund der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und der auf die höchste Stufe angehobenen Terrorwarnung gelten Anschläge jedoch als unwahrscheinlich, berichten Sicherheitsexperten in Rom. Auf die Risiken während der Olympischen Winterspiele, insbesondere durch Cyberattacken, haben sich die italienischen Behörden frühzeitig vorbereitet.
Neben Schutz- und Vorbeugungsmaßnahmen umfasst die Strategie auch die Fähigkeit, während der Winterspiele schnell auf Angriffe zu reagieren, teilte die Regierung in Rom mit. Die Gefahr von Hackerangriffen gilt als konkret. Ein Expertenteam arbeitet gemeinsam mit Fachleuten der Organisatoren daran, digitale Angriffe auf das Großereignis abzuwehren, das weltweit voraussichtlich rund drei Milliarden Zuschauer erreichen wird.
Mögliche Angriffe könnten von sogenannten „Hacktivisten“ ausgehen, also politisch motivierten Hackern, die Cyberattacken zu Propagandazwecken durchführen. Besonders im Fokus stehen die Bereiche Verkehr und Kommunikation, da Störungen während der Winterspiele weltweit große Aufmerksamkeit erregen würden.
Italien arbeitet mit anderen Ländern zusammen Italien arbeitet zudem eng mit den Sicherheitsbehörden und den Geheimdiensten anderer Länder zusammen. Für Aufregung sorgte die Ankündigung, dass drei Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE während der Winterspiele im amerikanischen Konsulat in Mailand stationiert sein werden. Sie sollen bei Bedarf Informationen an die italienischen Behörden weiterleiten, erklärte Außenminister Antonio Tajani.
ICE-Beamte im Fokus
Die Präsenz der Beamten hatte politische Kontroversen ausgelöst, vor dem Hintergrund landesweiter Proteste in den USA nach tödlichen Schüssen von ICE-Beamten in Minneapolis. Es bestehe jedoch kein Anlass zur Beunruhigung, versicherte Tajani. Bei internationalen Großereignissen sei es üblich, dass Staaten Personal zur sicherheitsbehördlichen Zusammenarbeit entsenden.
Die ICE-Beamten würden nicht bewaffnet im öffentlichen Raum auftreten. An der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Mailänder San-Siro-Stadion nehmen am Freitag auch US-Vizepräsident James Vance und US-Außenminister Marco Rubio teil.
Kommentare