Ein Russe für die Norweger bei der WM? Die grenzgenialen Grenzgänger
Nationenwechsel? Bodö-Goalie Haikin
Im Mailänder Fußball-Tempel San Siro, in dem vor zwei Wochen die Olympia-Eröffnung erfolgte, wird der Russe Nikita Haikin am 24. Februar im Mittelpunkt stehen.
Kommt’s somit just am vierten Jahrestag des Kriegsbeginns gegen die Ukraine zur Aufhebung des Startverbots für Russland, wie das der FIFA-Präsident und Trump-Freund Gianni Infantino bereits fordert?
Nein. Denn Haikin, 30, ist Tormann des norwegischen Sensationsklubs Bodö Glimt.
Als solcher trug er mit Glanzparaden dazu bei, dass Bodö in der Champions League Kaliber wie Atletico Madrid, Manchester City und im Play-Off-Heimspiel Inter Mailand besiegte. Nach dem 1:3 in Glimts Mini-Stadion kündigen die Mailänder im San Siro einen Sturmlauf an.
Nicht nur auf Kunstrasen ist’s eine Kunst, die Nord-Norweger zu besiegen. „Denn auf Natur-Grün spielen sie sogar noch lieber“, weiß Jan Age Fjörtoft.
Und der als TV-Analytiker (Dienstag für Sky) gut informierte Ex-Rapidler weiß auch, dass seine Norweger den Russen-Legionär H. (der auch über einen israelischen und britischen Pass verfügt) in Hinblick auf die WM einbürgern wollen. Zumal der Einser-Tormann von Norwegens Nationalteam in Sevilla nur die Nummer 2 ist.
Mehr Pässe und Medaillen
Das Wechseln von Reisepässen beschränkt sich längst nicht auf Fußball, ist quer durch Sportarten und Nationen modern.
Siehe Lucas Pinheiro Braathen, 25, dessen Ski-Olympiasieg für Brasilien in Sao Paulo, wo die Mama des halben Norwegers lebt, nach wie vor Medien-Thema ist.
Siehe US-Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Alysa Liu, 20, deren Vater als Aktivist nach dem niedergeschlagenen Pekinger Volksaufstand im Juni 1989 in die USA geflüchtet war.
Siehe Olga Mikutina, 22, die als gebürtige Ukrainerin mit einer fehlerlos braven Kur (= Finalrang 18) Österreichs einziger Beitrag an Eiskunstlauf-Olympia 2026 war.
Siehe der in Prag groß gewordene 1,65 Meter kleine Matej Svancer, 21, der dem ÖOC zur ersten olympischen Ski-Freestyle-Medaille verhalf.
Siehe Umar Dschambekow, der mit 14 Siegen in 14 Profi-Kämpfen Österreichs hierzulande dahindämmernden Boxsport zur Zeit in US-Ringen makes great again.
Die meisten seiner Gegner im Halbschwergewicht hielten nur die halbe Kampfzeit durch.
Der 28-jährige Wiener mit dem gefürchteten Hieb und tschetschenischen Wurzeln hat im Gegensatz zum vermeintlichen Lands- und Tormann Haikin nur einen einzigen Pass. Den von Österreich.
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