Stefan Fegerl soll Österreichs Tischtennis eine internationale Bühne bieten

Stefan Fegerl wird Turniere organisieren
Österreichs Verband setzt auf die Austragung von Turnieren und engagierte für die Veranstaltungsgesellschaft den Ex-Vizepräsident Stefan Fegerl.

Lange sorgte der österreichische Tischtennisverband (ÖTTV) für Schlagzeilen, die mit dem Sportlichen nichts zu tun hatten. Vor der EM 2024 wurden anonyme Vorwürfe gegen Teile der Verbandsführung publik. In der Folge wurde Präsident Wolfgang Gotschke bei der Vorstandswahl im März 2025 bestätigt, Vizepräsident und Sportdirektor Stefan Fegerl wurde durch Liu Jia ersetzt.

Jetzt geht der ÖTTV in die Offensive, speziell, was Veranstaltungen betrifft. Die Europameisterschaft in Linz zeigte es vor: Mit Turnieren kann Geld verdient werden. Da auch der ÖTTV aufgrund der allgemeinen Sparmaßnahmen aufgefordert ist, neue Einnahmequellen zu erschließen, wurde die Idee geboren, Turniere zu veranstalten. Und dafür brauchte es einen Projektverantwortlichen. Dieser heißt Stefan Fegerl.

Der 37-Jährige bewarb sich für den öffentlich ausgeschriebenen Posten mit seinem Konzept, das Headhunter Michael Ludwig dazu bewog, Fegerl unter den Bewerbern als Nummer eins für den Job in der GmbH des Verbandes vorzuschlagen. Anfang Jänner wurde der Vertrag unterschrieben.

Zur Schlammschlacht in der Vergangenheit und zur der Wahl im März sagt Fegerl im Gespräch nur: „Natürlich war es nicht einfach, über Monate von falschen anonymen Anschuldigungen beschmutzt zu werden. Die Vorwürfe wurden weiter untersucht, nicht bestätigt und mehrheitlich widerlegt.“

Die Kontakte

Mit seinen Kontakten im internationalen Tischtennis und seinen chinesischen Sprachkenntnissen hat Fegerl natürlich gute Voraussetzungen für den neuen Job.

Der ehemalige Olympiateilnehmer erklärt: „Das ist nicht meine Entscheidung, aber dem Vernehmen nach will der Verband den wirtschaftlichen Gewinn nach dem Vorbild des erfolgreichen deutschen Modells in den Leistungs- und Nachwuchssport reinvestieren.“

Der Nutzen

In Deutschland gibt es mehrere WTT-Turniere, wo einheimische Spieler die Möglichkeiten haben, sich international zu präsentieren, Ranglistenpunkte zu holen und ohne hohe Reisekosten Erfahrung zu sammeln.

Der Dreijahresplan sieht vor, mit einem Turnier der „Feeder“-Kategorie zu beginnen. Ein WTT-Turnier ist 2026 schon fix. Linz gilt als aussichtsreicher Veranstaltungsort für den Termin von 23. bis 27. September. „Langfristig wollen wir ein zweites Turnier und auch Jugendturniere in Österreich haben“, erklärt Fegerl. Die WTT-Turniere sollen natürlich an zwei verschiedenen Standorten stattfinden.

Die dritte Säule seiner Tätigkeit wird die Austragung der Austrian Parkinson Open sein. Im Vorjahr stellte Österreich 27 Teilnehmer bei der Parkinson-WM in Schweden und holte durch Agnes Jan auch Gold. Parkinson-Tischtennis wird aufgrund seiner positiven Effekte immer beliebter.

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