APA11608320 - 24022013 - PREDAZZO - ITALIEN: Mario Stecher (AUT) am Sonntag, 24. Februar 2013, in Aktion beim Wertungsdurchgang auf der Normalschanze des Teambewerbes der Kombinierer bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Val di Fiemme. APA-FOTO: EXPA/JÜRGEN FEICHTER

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Nordische WM
02/24/2013

ÖSV-Kombinierer gehen leer aus

Österreichs Kombinierer verspielen im Teambewerb eine sicher geglaubte Medaille.

Alles war angerichtet für einen Triumphzug der österreichischen Kombinierer im Team-Bewerb der Weltmeisterschaften. Eine komfortable Führung zur Halbzeit des Langlauf-Rennens, dazu die besten heimischen Langläufer noch im Talon – der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung – 2011 in Oslo gewann Österreich beide Teamwettkämpfe – er schien in Val di Fiemme Wirklichkeit zu werden.

Willi Denifl und Bernhard Gruber standen aufgekratzt im Zielstadion in Tesero und beiden stand die die Zuversicht und Vorfreude ins Gesicht geschrieben. „Jawohl“, sagen sie. Und „Geil.“ Die Startläufer des ÖSV-Quartetts hatten ihr Team in der Loipe überraschend schnell auf Goldkurs gebracht und den Rückstand nach dem Springen (25 Sekunden) in einen souveränen Vorsprung (23 Sekunden) verwandelt.

Fehleinschätzung

Und dann war Lukas Klapfer an der Reihe. Der 27-jährige Steirer hatte überraschend den Vorzug gegenüber Routinier Christoph Bieler erhalten, der den Einzelwettkampf am Freitag noch als Achter beendet hatte. Die schlüssige Begründung von Chefcoach Christoph Eugen für die Personalrochade: Ein starker Langläufer wie Klapfer würde dem österreichischen Team mehr weiterhelfen.

Eine Fehleinschätzung an diesem Tag.

Denn der vermeintliche Loipenflitzer Klapfer lief nur auf halben Touren. Der Steirer brach auf seiner Runde komplett ein – und mit ihm auch der Goldkurs. Binnen 2,5 Kilometern waren aus mehr als 20 Sekunden Vorsprung knapp zehn Sekunden Rückstand geworden. Von Platz eins wurde Klapfer in seinem ersten wichtigen WM-Rennen auf den fünften Rang durchgereicht und von den Amerikanern, Norwegern, Franzosen und Japanern überholt. „Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, aber ich bin unter jeder Sau gelaufen“, haderte Klapfer, „keine Ahnung, was los war.“

Kräfteverschleiß

Damit war das Rennen gelaufen und es um die österreichischen Medaillenhoffnungen geschehen. Schlussläufer Mario Stecher konnte zwar den Rückstand auf das Spitzen-Quartett wieder wettmachen, die Aufholjagd kostete den Oldie aber zu viel Kraft. „Das spürst du dann und fehlt dir einfach, wenn am Ende die Post abgeht“, erklärt Stecher, der schließlich als Fünfter ins Ziel kam, sieben Sekunden hinter Jason Lamy Chappuis, der für die zweite französische Goldmedaille sorgte.

Nach der Enttäuschung übten sich alle Österreicher in Zurückhaltung und versuchten ganz bewusst, nicht Lukas Klapfer die Schuld an der verpassten Medaille in die Langlaufschuhe zu schieben. „So etwas sollte zwar eigentlich nicht passieren, aber es passiert nun einmal immer wieder in der Kombination“, meinte Mario Stecher, „es war eben auch sein erstes Großereignis.“

In Klapfer spiegelt sich auch das Dilemma wider, in dem die Nordischen Kombination steckt. Chefcoach Eugen: „Man darf nicht vergessen, dass wir keinen Gottwald und keinen Kreiner mehr haben.“ Und die Jungen? Die konnten in den letzten Jahren keine Erfahrung bei Großereignissen sammeln.

Endstand Staffel Nordische Kombination:
1. Frankreich (Francois Braud, Maxime Laheurte, Sebastien Lacroix, Jason Lamy Chappuis) 57:34,0 Minuten - 2. Norwegen (Joergen Graabak, Haavard Klemetsen, Magnus Krog, Magnus Moan) 0,4 zurück - 3. USA (Taylor Fletcher, Bryan Fletcher, Todd Lodwick, Bill Demong) 4,2 - 4. Japan (Yoshito Watabe, Taihei Kato, Akito Watabe, Yusuke Minato) 5,7 - 5. Österreich (Wilhelm Denifl, Bernhard Gruber, Lukas Klapfer, Mario Stecher) 7,6 - 6. Deutschland (Björn Kircheisen, Tino Edelmann, Eric Frenzel, Fabian Riessle) 1:07,6 - 7. Italien 1:10,5 - 8. Finnland 3:36,8 - 9. Slowenien 4:59,0 - 10. Tschechien 5:06,7

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