Das Objekt der Begierde: Der Ryder Cup - Preisgeld gibt es keines.

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Prestigeprojekt
09/14/2014

Österreich macht sich fit für Ryder Cup 2022

Der Verband wird sich offiziell für den meistbeachteten Golf-Bewerb der Welt bewerben.

von Philipp Albrechtsberger

Es klingt wie ein sehr, sehr schlechter Scherz, aber es ist eine ziemlich gute Wahrheit: Österreich bewirbt sich für die Austragung des Ryder Cups im Jahr 2022. Der Ryder Cup, der meistbeachtete Golf-Bewerb der Welt, gehört auf den ersten Blick nach Österreich wie die Vierschanzentournee nach Dubai.

Eine formale Bewerbung hatte der Österreichische Golf-Verband (ÖGV) bereits vor einigen Tagen abgegeben, Österreich scheint damit als einer von sieben Interessenten (neben Dänemark, Deutschland, Portugal, Spanien, Italien und der Türkei) für das Golf-Highlight auf. Am Freitag bekräftigte der Verband im Rahmen seiner Vorstandssitzung sein Interesse und wird bis 16. Februar 2015 offiziell eine Bewerbung abgeben. "Die Bewerbung ist kein Scherz. Irgendwann muss man es probieren. Das mögliche Scheitern ist Teil der Entwicklung", sagt ÖGV-Präsident Peter Enzinger zum KURIER.

Es ist ein Zeichen – kein naives, sondern ein selbstbewusstes. Gemessen an den registrierten Mitgliedern ist Golf in Österreich die Nummer drei hinter Fußball und dem Skisport.

In der kommenden Woche wird eine rot-weiß-rote Delegation in Gleneagles vor Ort sein. In der schottischen 4000-Seelen-Gemeinde findet von 23. bis 28. September die 40. Ausgabe des prestigeträchtigen Kontinentalwettstreits zwischen den USA und Europa statt.

Einnahmen: 90 Mio. €

Der Bewerb, der alle zwei Jahre über die grasige Bühne geht, findet seit 1927 statt und war seit jeher ein Wettstreit zwischen den Großmächten USA und Großbritannien. Erst einmal fand er in Kontinentaleuropa statt (1997 in Spanien). Doch die ausrichtende Organisation, Ryder Cup Europe, hat die Kraft der Marke erkannt.

2018 wird der Ryder Cup erstmals in Frankreich stattfinden, 2022 ist das Rennen offen. Fix ist nur, dass die britischen Inseln, das Mutterland des Golfsports, auf eine Kandidatur verzichten.

Trotz gigantischer Ausgaben (allein 18 Millionen Euro muss der Veranstalter an Lizenzgebühren locker machen) ist das Turnier ein lukratives Geschäft. 2010, bei der bislang letzten Ausgabe des Ryder Cups auf europäischem Boden in Wales, waren 300.000 Zuschauer vor Ort. Der Veranstalter nahm 90 Millionen Euro ein.

Ebenfalls kein Scherz.

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