Österreicher geigt in Frisbee-Liga auf

Marc Huber in Aktion
Foto: Andreas Heidenreich Der Wiener Marc Huber (re.) im Trikot der Indianapolis Alley Cats.

Der 30-jährige Wiener Marc Huber startet als Semi-Profi der neuen Ultimate-Frisbee-Liga in den USA durch.

Fliegen, das hat Marc Huber schon immer interessiert. Als Berufspilot bei der Lufthansa fliegt er ohnehin um die ganze Welt. Doch viel mehr als eine Boeing 767 interessieren den Wiener derzeit fliegende Untertassen, die nun verantwortlich dafür sind, dass er viel seltener als Pilot in eine Maschine steigt.

Für Marc Huber ist eine fliegenden Untertasse, genauer gesagt eine Frisbeescheibe, viel mehr als nur ein Spielzeug, das irgendwo im Urlaub auf dem Strand oder in der Freizeit auf einer Spielwiese durch die Luft gejagt wird. Frisbee, pardon "Ultimate", hat sich in Amerika mittlerweile zu einem anerkannten Mannschaftssport entwickelt.

Das Jahr 2012 ist für den jungen Sport dennoch ein ganz besonderes. Vor wenigen Tagen startete die American Ultimate Disc League (AUDL) in ihre erste Saison. In der semiprofessionellen Liga wird unter vorerst acht Klubs zwischen April und August der Champion gekürt. "Das Championship-Game am 11. August ist unser ganz großes Ziel", sagt Huber.

Teilzeit-Pilot

Der 30-Jährige hat im März einen Einjahresvertrag bei den Indianapolis Alley Cats unterschrieben und dafür seinen Pilotenjob hintangestellt. "Ich habe mich auf Teilzeit reduzieren lassen, um Ultimat spielen zu können." Fünf bis acht Trainingseinheiten pro Woche muss Huber absolvieren. 16 bis 18 Spiele – je nach Erfolg – bestreiten die Alle Cats in dieser Premierensaison der AUDL.

Der Auftakt ist für das Team des Österreichers allerdings nicht ganz nach Wunsch gelaufen. Nach einer zweiten Verlängerung verloren die Alley Cats gegen die Columbus Cranes mit 21:22. Kommenden Samstag steht gegen Kentucky Bluegrass Revolution das erste Heimspiel auf dem Programm.

Wöchentlich pendelt Huber zwischen Wien und Indianapolis. Dass er vom Ultimate allein nicht leben kann, ist selbstredend. "Aber ich bin als Spieler prozentuell an den Einnahmen des Klubs beteiligt." Die Kosten seiner Flüge zwischen Amerika und Europa werden von den Alley Cats abgedeckt, auch ein Haus in Indianapolis, das er gemeinsam mit einem Teamkollegen bewohnt, wird zur Verfügung gestellt.

Olympisches Ziel

Huber ist der einzige Spieler aus Europa in der US-Liga, die den Sport noch viel höher hinaus bringen will. "Die USA ist mit über fünf Millionen Spielern die federführende Nation im Ultimate-Sport. Es gibt hohe Bestrebungen, das ganze olympisch zu machen."

Auch deshalb gibt es in der AUDL bei jedem Spiel vier Schiedsrichter, die für Recht und Ordnung sorgen. Bis zur Gründung der Liga zeichnete sich der Sport auch durch den Fair-Play-Gedanken aus und dadurch, dass ohne den Einsatz von Unparteiischen gespielt wurde. Huber: "Jetzt, wo auch ein wenig Geld im Spiel ist, geht es aber nicht mehr ohne Schiedsrichter."

Ultimate: Eine Scheibe, sieben Spieler

Entstehung Ultimate (Da der Begriff "Frisbee" von der Firma Wham-O geschützt ist, darf er nicht mehr offiziell verwendet werden) wurde ursprünglich von amerikanischen Studenten erfunden. Mittlerweile wird in über 40 Ländern gespielt.

Regeln Ultimate wird weitgehend berührungslos gespielt. Die 175 g schwere Kunststoffwurfscheibe muss dabei in einer Endzone gefangen werden. Pro Team stehen sieben Spieler auf dem Feld. Es gibt eine Offense- und eine Defense-Line.

(kurier) Erstellt am
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