"Österreich Haus" hat eine besondere Geschichte

Das "Österreich Haus" bei den Olympischen Sommerspielen in London kann mit seiner Position vis a vis des erhabenen Towers nicht nur mit einer speziellen Lage aufwarten.


Auch geschichtlich hat das Gebäude am "Trinity Square" einiges zu bieten. 1794 bis 1796 von Samuel Wyatt errichtet, dient es seit mehr als 200 Jahren als Zentrale der Leuchtturm-Behörde für England, Wales und die Kanal-Inseln.

Im Inneren des einen Steinwurf der U-Bahn-Station "Tower Hill" gelegenen Hauses weisen wertvolle Gemälde, Möbel und Antiquitäten auf seinen eigentlichen Zweck hin. In seiner Geschichte haben Königinnen und Könige, Premierminister und hohe Admiräle ihre Füße dort hinein gesetzt, wo in diesem Sommer etliche österreichische Sportgrößen, hohe Politiker und Funktionäre sowie Wirtschaftskapazunder aus und ein gehen werden.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das "Trinity House" 1940 bei einem deutschen Bombenangriff schwer beschädigt. In mühevoller Kleinarbeit hat ein gewisser Albert Richardson den Wiederaufbau in Angriff genommen. Mit im Jahr 1919 vom "Country Life Magazine" geschossenen Fotos gelang es ihm, das Innenleben des Hauses beinahe zur Gänze originalgetreu wieder herzustellen.

Dass viele wertvolle Utensilien den zweiten Weltkrieg überstanden haben, verdankt man einem unterirdischen, zum Tower führenden Tunnel. Durch den wurden bei Kriegsbeginn 1939 vor allem die Gemälde in Sicherheit gebracht. Allerdings haben nur die kleineren Kunstwerke durch den Gang gepasst. Die größeren wurden nach Bayham Abbey in Kent gebracht, daher "überlebten" auch sie die Kriegswirren unbeschadet.

Mit viel Pech war es allerdings verbunden, dass einige wenige der im Tower aufbewahrten, eher älteren Gemälde doch zerstört wurden. Nachdem im Tower Verfallserscheinungen darauf erkannt worden waren, sollten sie zur Restaurierung in Northumberland restauriert werden. Ausgerechnet bei der zweitägigen Zwischenlagerung im "Trinity House" ging jedoch ein Bombenangriff darauf nieder, was viele Werke nicht überstanden haben.

Die Öffnung des "Trinity House" für das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) ist keine Ausnahme, jedermann kann die Örtlichkeit mieten. Beliebt ist die Abhaltung von Hochzeitsfeiern. Je nach Zeitdauer (ab zwei Stunden) und Räumlichkeiten wurden Pakete von 58,75 Pfund (71,41 Euro) bis zu 134,25 Pfund (163,18 Euro) pro Person geschnürt. Dabei bietet sich der unmittelbar davor liegende Park für Hochzeitsfotos an.

(KURIER) Erstellt am
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