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Sport
04/17/2020

Niessl: "Sport in der schwierigsten Situation seit Jahrzehnten"

Der Präsident von Sport Austria fordert in der Coronavirus-Krise eine gemeinsame, rasche Hilfe und will Geisterspiele im Fußball.

von Harald Ottawa

"Wir wollen keinen der 15.000 Vereine verlieren", sagt Hans Niessl im SchauTV-Studio (Gespräch am Samstag um 13.15 Uhr auf SchauTV). Deshalb hat der Präsident von Sport Austria schon vor wenigen Wochen von einer Soforthilfe für die Vereine in Höhe von 100 Millionen gesprochen. "Der Sport ist wie andere Bereiche in einer sehr schwierigen Situation, in der schwierigsten Situation seit vielen Jahrzehnten", sagt Niessl, der weiß, dass viele Vereine Schwierigkeiten haben. "Die Uhr tickt, es droht vielen die Zahlungsunfähigkeit". Vor allem soll nun schnell geholfen werden. "Es ist auch eine Wertschätzung für die ehrenamtlich Tätigen. Bund, Länder und Gemeinden müssen gemeinsam für den Sport da sein."

Probleme gibt es auch für die Betreiber von Tennisanlagen, von denen viele nicht verstehen, dass nur Outdoor gespielt wird, da die meisten Einnahmen mit den Hallen gemacht werden. "Das ist nur die erste Stufe. Man muss Schritt für Schritt verantwortungsvoll in die Normalität zurückkehren, nicht alles sofort aufmachen", sagt Niessl. "In der Folge werde es immer wieder Überprüfungen geben, welche Auswirkungen es auf die Gesundheit geben würde. Noch ist auch das Doppel beim Tennis verboten. "Man muss verantwortungsvoll handeln, in weiterer Folge denke ich, dass man auch bald Doppel spielen kann. Wie man auch in kleinen Gruppen trainieren wird können", erklärt Niessl. Ob es im Tennis bald Mannschaftsmeisterschaften gibt?

"Ein springender Punkt ist, wann beginnt die Schule und wie findet der Unterricht statt. Auch verbunden, wann sind Geisterspiele möglich, ab wann können Zuschauer kommen." Eine Prognose für Juli, August abzugeben sei schwierig. "Mit den Fachverbänden sollen die Richtlinien erarbeitet werden, unter welchen Bedingungen man die Sportanlagen auch öffnen kann."

Hallen bleiben vorerst für alle Sportarten geschlossen, auch für sogenannte Indoor-Sportarten."Der Sommer ist auch dafür geeignet, manche Sportarten, die primär in der Halle durchgeführt werden, auch im Freien durchführen. Man kann als ersten Schritt auch Trainings im Freien zu machen, wie bei Handball und Basketball. In dieser wunderbaren Jahreszeit ist dies realistisch."

Entscheidung auf dem Rasen

Im Fußball setzt Niessl auf Geisterspiele. "Früher war es eine Bestrafung für einen Klub. Aber eine Meisterschaft soll auf dem grünen Rasen, nicht am grünen Tisch entschieden werden. Deswegen ist es nicht die optimale Variante, aber eine Möglichkeit, eine Meisterschaft zu Ende zu spielen. Um einen legitimierten Meister zu haben. Wichtig ist der wirtschaftliche Aspekt. Wie reagieren Sponsoren? Fernsehgelder sind auch wichtig", erklärt der 68-Jährige.

Noch gibt es keine Überbrückungshilfen für die Klubs. "Ich fordere, dass die Soforthilfe von 100 Millionen noch im April ausbezahlt wird. Dass sowohl der Breiten- als auch der Spitzensport einen entsprechenden Anteil bekommen sollen, ist klar. Es haben sich schon Bundesländer bereit erklärt, für den Sport finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, auch Gemeinden haben bereits darauf hingewiesen, dass es eine finanzielle Unterstützung für die Vereine gibt. Man braucht diesen Schulterschluss. Der Bund muss, ähnlich wie er Einzelunternehmen oder Klein- und Mittelbetriebe unterstützt, auch den Sport unterstützen." Vom Amateursport bis hin zu Spitzensport soll es Mittel geben, vor allem aber rasch. "Wer rasch hilft, hilft doppelt."

Individuelles Training

Wie sieht es bei Kampfsportarten aus, beispielsweise dem Boxen? "Ich denke, man kann auch ohne Körtperkontakt trainieren. Jeder Spitzensportler und Breitensportler muss sich umfassend vorbereiten. Es gibt viele Möglichkeiten des Trainings, wo man individuell oder in kleinen Gruppentrainieren kann."

Für Fitnessstudios gelte Ähnliches wie bei Geschäften. "Wenn Studios geöffnet werden, müssen verschiedene Verhaltensweisen einführt werden."

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