Luna Rossa gewann die zweite Wettfahrt 

© APA/AFP/GILLES MARTIN-RAGET

Sport
03/10/2021

New Zealand und Luna Rossa heben beim America's Cup ab

Die fliegenden Boote sorgen für spektakuläre Bilder vor Auckland. Das italienische Team fordert den Titelverteidiger.

von Peter Karlik

Das Wort Boot ist eine maßlose Untertreibung für die Hightech-Geschoße beim America’s Cup. Ein Papierflieger ist ja auch kein Jet.

Wenn ab Mittwoch die besten Segler um die 36. Auflage des Cups kämpfen, dann ist das ein würdiges Finale im Wettrüsten der teuersten, besten und schnellsten Segelteams der Welt. Titelverteidiger New Zealand wird vor Auckland von der Luna Rossa aus Italien gefordert. Welches Team als erstes sieben Wettfahrten gewonnen hat, ist neuer Champion.

Das Duell begann am Mittwoch, nach den ersten beiden Wettfahrten steht es 1:1, am Freitag geht es weiter, spätestens am 17. März soll der Sieger feststehen. ServusTV überträgt live (jeweils um 4.00 Uhr MEZ).

Wieso ist Luna Rossa der Herausforderer?

Die Italiener setzten sich im Herausfordererfinale, auch Prada Cup genannt, vor Auckland mit 7:1 gegen das Ineos Team UK von Sir Ben Ainslie durch. Die Crew konnte mit dem schnelleren Boot und der exklusiven Idee zweier abwechselnder Steuermänner durchsetzen. Die Aufgabe teilen sich Francesco Bruni und der erfahrene Cup-Sieger James Spithill. Es zeigte sich, dass die Luna Rossa bei leichtem Wind ab zehn Knoten ihre Stärken hat. Für die Italiener ist es nach 1992 und 2000 die dritte Teilnahme am America’s Cup.

Wieso findet der America’s Cup vor Auckland statt?

Der Titelverteidiger hat das Recht, den Ort, die Bootsklasse und einige Regeln zu bestimmen. Die Neuseeländer gewannen 2017 vor den Bermudas gegen das Team USA mit 7:1

Was ist das Besondere an den Booten?

2013 und 2017 wurde auf foilenden Katamaranen gesegelt. Durch die zwei Rümpfe war es leichter, die Foiltechnik umzusetzen, womit das Boot aus dem Wasser kommt und auf den kleinen Tragflächen (Foils) wesentlich weniger Wasserwiderstand hat. Dadurch sind die Boote viel schneller. Für 2021 wurden Monohulls, also Einrumpf-Boote entwickelt, die dank der hydraulisch regelbaren Foils ebenfalls aus dem Wasser kommen. Die Geschwindigkeiten gehen heuer Richtung 100 Stundenkilometer. Das Hauptsegel ist wie zuletzt kein Segel im herkömmlichen Sinn, sondern gleicht einem aufgestellten Flugzeugflügel.

Wie hoch sind die Kosten für die Teams?

Es gibt keine offiziellen Zahlen. Bei Luna Rossa sind es aber laut Angaben des börsennotierten Prada-Konzerns knapp unter 100 Millionen Euro, beim Team New Zealand, das vom Staat mitfinanziert wird, ist das Budget um mindestens 20 Prozent höher. Das 2013 siegreiche Team USA (damals mit James Spithill) soll an die 200 Millionen Dollar (170 Millionen Euro) gebraucht haben.

Wie kann der America’s Cup trotz der Corona-Pandemie stattfinden?

Neuseeland ist mit strengen Maßnahmen sehr gut durch die Pandemie gekommen: Bei fünf Millionen Einwohnern verzeichnete das Land insgesamt bisher etwas mehr als 2.000 Infektionsfälle und 26 Verstorbene. Weil es vergangene Woche einen Fall gegeben hatte, wurde ein Lockdown in Auckland verhängt. Die Mitarbeiter der Segelteams mussten bei der Einreise in eine zweiwöchige Quarantäne.

Woher hat der America’s Cup seinen Namen?

Die Yacht „America“ des New York Yacht Club gewann 1851 die Regatta um die britische Isle of Wright. Der America’s Cup ist die älteste Segelveranstaltung der Welt. Der Wanderpokal wurde 1848 vom Londoner Juwelier Garrard hergestellt und hat den Spitznamen Auld Mug, also alter Becher.

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