NBA-Star Jakob Pöltl greift an: „Jetzt wollen wir den Titel gewinnen“

Der Wiener Jakob Pöltl startet am Samstag mit Toronto gegen Cleveland ins Play-off der NBA. Jetzt gehe es nicht mehr darum, einfach nur Erfahrung zu sammeln.
Jakob Pöltl

Dass Jakob Pöltl zu Österreichs größten Sportlern zählt, liegt nicht nur an seiner Körpergröße von 2,13 Metern. Welche Wertschätzung der Basketballer aus Wien in einer der besten Sportligen der Welt bekommt, lässt sein mit 100 Millionen Dollar dotierter Vierjahresvertrag bei den Toronto Raptors erahnen.

2023 wechselte der 29-Jährige von San Antonio zurück zu seinem ersten Klub Toronto und sollte dort mithelfen, eine neue und erfolgreiche Mannschaft aufzubauen. Mit dem ersten Play-off-Einzug seit vier Jahren ist ein Etappenziel erreicht. Doch das Team will mehr, wie Jakob Pöltl in einem Mediatalk mit einer Handvoll österreichischer Journalisten verriet.

Konkret sprach Pöltl über ...

... den Endspurt zu Rang fünf im Osten

Wir wussten: Wenn wir unser letztes Spiel gewinnen, sind wir in den Play-offs – das war das Wichtigste. Einen speziellen Gegner haben wir uns aber nicht gewünscht. Dass dann auch die anderen Ergebnisse für uns gepasst haben, ist natürlich positiv.

... die Stimmung in der Sportstadt Toronto nach vier Jahren ohne Play-offs

Toronto ist immer sehr sportbegeistert – auch im Grunddurchgang. Ich erwarte, dass die Stimmung richtig gut wird. Darauf freue ich mich sehr.

... die Tatsache, dass Toronto mit 24,8 Jahren jüngstes Play-off-Team ist

Erfahrung ist definitiv ein Faktor, aber das ist einfach unsere Realität. Wir gehen deshalb aber nicht mit einem Rückstand in die Serie. Für uns geht es darum, diese Erfahrungen zu sammeln. Genau daher war es auch wichtig, überhaupt in die Play-offs zu kommen – damit wir als junge Mannschaft wachsen können.

... die Einschätzungen, dass Toronto Außenseiter ist

Die Erwartungen von außen sind uns egal. Wir gehen in die Serie, um sie zu gewinnen. Unser Fokus liegt auf dem ersten Spiel, dann auf dem nächsten. Alles andere bringt nichts. Die Mentalität ist entscheidend.

... das Besondere im Play-off

Die Intensität ist deutlich höher, die Physis nimmt zu, und jedes Detail zählt mehr. Es wird weniger gepfiffen, alles ist stärker auf Taktik und Anpassungen ausgerichtet. Beide Teams sind extrem gut vorbereitet. Genau diese „Mind Games“ machen die Play-offs aus – darauf freue ich mich.

... die sportliche Aufgabe gegen die Cavaliers

Sie haben mit Jarrett Allen und Evan Mobley zwei sehr talentierte und athletische Spieler, die die Zone gut verteidigen. Wir werden eigene Wege finden, um sie aus der Zone herauszuziehen beziehungsweise dann mit unseren Guards und kleineren Spielern in Rotationen zu bringen. Wir glauben, dass wir gute Antworten haben.

... über spezielle Rituale im Play-off und in der Toronto-Kabine

Nein, ich habe keine abergläubischen Dinge. Der Bart ist eher zufällig entstanden. Ich glaube, der kommt auch wieder weg. Ich habe meine Routine am Spieltag und versuche, die konstant zu halten.

... über den Vor- oder Nachteil, dass er 39 Spiele in dieser Saison verpasst hat

Es kann positive Seiten haben, weil ich weniger spielen musste. Andererseits wurde da mitten in der Saison auch der Rhythmus gebrochen und man verliert ein bisschen an der Ausdauer. Im Endeffekt ist es nicht wirklich ein Faktor, sondern es wird sehr auf das Mentale ankommen.

... die Bedeutung des Play-off-Einzuges für die Entwicklung des Teams

Wir sehen das nicht Schritt für Schritt. Wir wollen nicht Erfahrung sammeln und dann damit irgendwann den Titel holen, wir attackieren dieses Jahr. Jetzt wollen wir den Titel gewinnen. Wenn man zum Beispiel die Indiana Pacers anschaut: Die wurden letztes Jahr komplett unterschätzt und waren dann auf einmal in den Finals.

... den Trashtalk auf dem Parkett, wo mit Dennis Schröder bei Cleveland ein weiterer deutschsprachiger Spieler im Einsatz ist

Es wird sicher eine Mischung aus Englisch, aber auch Deutsch sein. Aber bei ihm werde ich eher antworten und weniger herausfordern müssen.

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