Sport
25.01.2012

Murray lässt Nishikori keine Chance

Der Brite zieht als dritter Spieler ins Halbfinale der Australian Open ein. Scharapowa setzt sich gegen Kvitova durch.

Die Tipps von Ivan Lendl scheinen zu helfen: Andy Murray marschiert bei den Australian Open weiter mühelos durchs Turnier.

Am Mittwoch deklassierte der Schotte den Japaner Kei Nishikori mit 6:3,6:3,6:1 und zog in Melbourne zum dritten Mal in Folge ins Halbfinale ein. "Das war ein richtig gutes Match", meinte Murray nach seinem lockeren Erfolg in 2:12 Stunden. Der Finalist der vergangenen beiden Jahre überzeugte bisher mit schnörkellosem Spiel. Auch ein Verdienst des neuen Trainers Lendl, der den Briten mit seiner Erfahrung von acht Grand-Slam-Siegen endlich auch zum ersten Major-Titel der Karriere verhelfen soll.

In Melbourne droht Murray in der Vorschlussrunde am Freitag allerdings ein Duell mit dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic, der vom Spanier David Ferrer herausgefordert wurde. Im zweiten Halbfinale kommt es am Donnerstag zum Kräftemessen zwischen Roger Federer und Rafael Nadal.

Geradliniger Murray

Murray ließ Nishikori in der Rod Laver Arena trotz leichter Nackenschmerzen nicht den Hauch einer Chance. Zwar erspielte sich der junge Japaner unter dem Jubel zahlreicher Landsleute im Verlaufe der Partie zehn Breakbälle, konnte davon insgesamt aber nur zwei nutzen. Zu wenig, um Murray an diesem Tag zu stoppen.

Konzentriert, geradlinig und mit viel Power von der Grundlinie setzte Murray den Asiaten immer wieder unter Druck. Nishikori waren dabei die Strapazen aus den vorherigen Runden deutlich anzumerken. "Ich denke, er war heute etwas müde. Das hat mir in die Karten gespielt", meinte der 24-jährige Murray. Die Nummer vier der Welt steht zum fünften Mal in Serie bei einem Grand-Slam-Turnier im Halbfinale. "Das zeigt, dass ich bei den Grand Slams mein bestes Tennis spiele, das ist ein gutes Gefühl."

Russinnen-Duell an Scharapowa

Bei den Damen komplettierten am Mittwoch die frühere Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa und Wimbledonsiegerin Petra Kvitova die Runde der letzten vier. Scharapowa bezwang ihre russische Landsfrau Jekaterina Makarowa mit 6:2,6:3 und steht in Australien zum fünften Mal im Halbfinale. Kvitova hatte sich zuvor gegen die ungesetzte Italienerin Sara Errani mit 6:4,6:4 durchgesetzt.

Damit kommt es am Donnerstag zu einer Neuauflage des Wimbledon-Finales von 2011. Damals hatte Kvitova gesiegt und ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. Im zweiten Halbfinale der Damen-Konkurrenz treffen Titelverteidigerin Kim Clijsters und die Weißrussin Victoria Asarenka aufeinander.

Kampf um Platz eins

Zurück zu alter Stärke findet immer mehr auch Scharapowa. Die 24-Jährige hatte gegen Makarowa, die in der Runde zuvor Serena Williams ausgeschaltet hatte, keine Probleme. Nach gerade einmal 1:27 Stunden riss Scharapowa jubelnd die Arme in die Höhe. Ihr Traum vom zweiten Australian-Open-Titel nach 2008 lebt weiter. "Petra ist diejenige, die es im Moment zu schlagen gilt. Sie spielt das beste Tennis ihrer Karriere", meinte Scharapowa mit Blick auf das bevorstehende Duell mit Kvitova.

Die Tschechin, die wie Scharapowa und Asarenka in Melbourne nach dem Aus von Caroline Wozniacki auch um Platz eins in der Weltrangliste spielt, leistete sich gegen die ungesetzte Italienerin Errani insgesamt 44 leichte Fehler. Dennoch geriet sie nicht ernsthaft in Gefahr. "Ich habe schon jetzt das zweitbeste Grand-Slam-Ergebnis meiner Karriere erreicht. Deshalb bin ich zufrieden", sagte die 21-Jährige.