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30.07.2018

Wer mit Kopfschmerzen in die Formel-1-Sommerpause geht

Lewis Hamilton geht als großer WM-Favorit in den Urlaub. Bei Red Bull ist dagegen Katerstimmung angesagt.

12 von 21 Rennen sind absolviert, die Formel 1 verabschiedet sich nach den zwei Testtagen in Ungarn am Dienstag und Mittwoch in die Sommerpause. Zwei Wochen lang darf kein Finger gerührt werden, geschlossen bleiben Fabriken, Simulatoren und Windkanäle. Fahrer, Techniker, Mechaniker und Ingenieure fahren in den Urlaub. Wer in den Ferien entspannen kann, und wer vielleicht schlaflose Nächte haben wird:

Die Sieger

Lewis Hamilton
Eigentlich ist Ungarn gar keine Mercedes-Strecke. „Wir wollten Schadensbegrenzung betreiben und reisen mit mehr Punkten als die Konkurrenz ab“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Denn Hamilton brillierte schon am Samstag im Regen-Qualifying und ließ auch am Sonntag nichts anbrennen. „Ein großes Danke an alle, auch an die Leute in der Fabrik“, sagte Hamilton. „Wir können stolz sein, dieser Sieg ist ein Bonus.“ Ob er sich in der Sommerpause entspannen wird? „Ich werde aktiv bleiben, die zweite Saisonhälfte naht. Und ich freue mich darauf.“

Die Fans
Die Zeiten der Solofahrten von Red Bull (2010–2013) und Mercedes (2014–2017) sind vorbei. Hamilton und Vettel liefern einander an der Spitze einen Kampf auf Augenhöhe. Die meisten Rennen waren spannend, manche dramatisch. Gestern dauerte es in Ungarn allerdings 65 Runden, bis Spannung aufkam. Da kam es zwischen Vettel und Bottas im Kampf um Rang zwei zur Kollision. „Für uns war Platz zwei das Maximum“, sagte Vettel. „Zum Glück ist beim Crash nicht mehr passiert.“ Bottas trug an seinem Mercedes einen Schaden davon, rutschte auf Rang fünf zurück und sagte: „Wir hätten Erster und Zweiter werden können.“

Charles Leclerc
Gestern musste der 20-jährige Monegasse seinen Arbeitstag schon früh mit technischen Problemen an seinem Sauber beenden. Doch Leclerc ist die positive Überraschung der Saison, sogar als Nachfolger für Kimi Räikkönen bei Ferrari wurde er schon gehandelt.

Die Verlierer

Red Bull
Das Team hatte sich vor der Saison Hoffnungen gemacht, mit Mercedes und Ferrari mithalten zu können. Nun ist klar: Auch 2018 wird man nur die dritte Kraft sein. Auf den WM-Führenden Hamilton fehlen Ricciardo bereits 95 Punkte, Verstappen liegt 108 Punkte zurück. Gerade in Ungarn hatte man sich große Hoffnungen gemacht. Doch Ricciardo verpatzte das Qualifying, von Startplatz zwölf weg wurde er noch Vierter. Verstappen rollte im Rennen nach sechs Runden aus. Es war der achte Ausfall für Red Bull in dieser Saison.

AUTO-F1-PRIX-HUN

Die Finnen
Es bestätigt sich auch heuer: Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen sind in ihren Teams die klare Nummer zwei. Gestern wollte Toto Wolff Bottas loben, er sei ein fantastischer „Wingman“, also Beschützer. Bottas konterte: „Der Ausdruck ‚Wingman‘ tut weh.“

Force India
Das Team ist zahlungsunfähig. Zu den Gläubigern gehört einer der Fahrer: Sergio Pérez. Auf Bitten von Crewmitgliedern wählte der Mexikaner in der vergangenen Woche den Gang vor ein Gericht, um zunächst rund 400 Jobs und bestenfalls die Zukunft des Teams zu retten. Denn einer der Gläubiger hat vor Gericht in London versucht, ein Konkursverfahren gegen das Team anzustrengen. „Dann wären die Lichter im Team ausgegangen“, sagte Pérez.

Williams
Der Traditionsrennstall ist auf den letzten Platz abgestürzt, und die Fahrer Lance Stroll und vor allem Sergej Sirotkin gehören nicht zu den Besten ihrer Zunft.

Fernando Alonso
Der seit gestern 37-Jährige wurschtelt sich durch seine vierte verkorkste Saison in Folge. 2015 heuerte er bei McLaren an, um seinen dritten WM-Titel zu holen, seitdem fährt er hinterher. Trösten konnte er sich heuer mit seinem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Ob er sich noch eine Saison in der Formel 1 antun wird, ist unklar.