Vettel gewinnt spektakulären Grand Prix

Webber sorgt in Belgien für einen Red-Bull-Doppelsieg, Schumacher fährt beim Jubiläum von 24 auf 5.

Zwei Monate hatte Sebastian Vettel keinen Grand Prix mehr gewonnen. Das ist bei seiner bisherigen Erfolgsquote eine kleine Ewigkeit. Vom Ende der Dominanz sprach gar die Konkurrenz, allen voran Vettels Red-Bull-Kollege Mark Webber. Das Formel-1-Rennen im belgischen Spa-Francorchamps, das erste nach der vierwöchigen Sommerpause, sollte zum großen Schaulaufen der Rivalen des 24-jährigen Deutschen werden.
So weit, so falsch.

44 hektische Runden durch die Ardennen später stellte Lewis Hamilton kurz und bündig fest: "Die WM ist nicht mehr in Reichweite", sagte der Verfolger, nachdem Vettel seinen siebenten Sieg im zwölften Saisonrennen eingefahren hatte.

Hamilton musste seinen McLaren nach einem Zusammenprall mit Sauber-Pilot Kamui Kobayashi frühzeitig in der Garage - genauer: in der Werkstatt - abstellen. Dabei war es gerade Hamiltons Missgeschick, das Vettel endgültig auf die Siegerstraße einbiegen ließ.

Sehr viel Spaß

Nach der darauffolgenden Safety-Car-Phase reagierten Vettel und Red Bull am schnellsten. Kurz nachdem für das Sicherheitsfahrzeug der Arbeitstag beendet war, zog der WM-Führende von Platz drei an Webber und Ferrari-Mann Fernando Alonso vorbei. "Der Start war eine Pleite, ansonsten hat es sehr viel Spaß gemacht", sagte Vettel, der mit seinem Sieg für den ersten Red-Bull-Erfolg in Belgien gesorgt hat. "Das war das beste Rennen, das wir in diesem Jahr hatten", meinte der Sieger.

Einmal mehr erwies sich die Kombination Vettel/Red Bull als die risikofreudigste im Zirkus. Nicht nur auf den Asphaltstreifen dieser Erde, sondern auch bei den strategischen Überlegungen. Noch vor dem Start war die österreichische Crew vor einer fundamentalen Entscheidung gestanden: Startreihe eins oder ein Auftakt aus der Box? Die Red-Bull-Fahrer hatten im Qualifying die Reifen arg beansprucht, ein Reifenplatzer drohte. Wechseln vor dem Rennen hätte einen Start aus der Box zur Folge gehabt. "Wir sind großes Risiko eingegangen", gestand Vettel, nachdem man sich für die lädierten Gummis entschieden hatte.

Webber sorgte mit Platz zwei für den insgesamt zehnten Red-Bull-Doppelsieg.

In der WM-Wertung baute Dominator Vettel seinen Vorsprung auf beachtliche 92 Punkte auf Webber aus. Dem WM-Dritten Fernando Alonso, der in Spa im Finish noch von Jenson Button im McLaren vom Podest verdrängt wurde, fehlen sieben Rennen vor Saisonschluss bereits 102 Zähler auf den Spitzenreiter. "Man muss realistisch sein", antwortete der Spanier auf die Frage, wie es denn um die Titelchancen bestellt sei.

Bereits in Singapur Ende September könnte der alte Weltmeister schon der neue sein.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011