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Sport Motorsport
01/15/2021

Todesfall überschattet Schlusstag der Rallye Dakar

Der französische Motorrad-Pilot Pierre Cherpin erlag seinen Verletzungen. Der Gesamtsieg ging an den Argentinier Benavides, Matthias Walkner wird Neunter.

von Florian Plavec

Die 43. Rallye Dakar ist am Schlusstag von einem Todesfall überschattet worden. Der 52-jährige französische Amateur-Motorradfahrer Pierre Cherpin erlag am Freitag beim Transfer in die Heimat seinen schweren Kopfverletzungen, die er sich fünf Tage zuvor bei einem Sturz auf der siebenten Etappe zugezogen hatte. „Während des Transfers mit einer Sanitäts-Flugzeug von Jeddah nach Frankreich ist Pierre Cherpin an den Folgen der Verletzungen des Sturzes verstorben“, hieß es in einem Statement der Veranstalter.

Es ist der 70. Todesfall bei der seit 1979 (mit einer einjährigen Unterbrechung) ausgetragenen Rallye. Nicht alle Opfer waren Teilnehmer. 2016 erfasste etwa ein Auto in Bolivien einen Zuschauer, der dabei starb. 

Besonders gefährlich leben natürlich die Motorradfahrer, die mit 170 km/h über freies Gelände rasen. Unter den 70 Dakar-Todesfällen sind 26 Fahrer, zwei verunglückten mit dem Auto, zwei mit dem Lastwagen und 22 mit dem Motorrad. 

Die prominentesten Opfer: Rallye-Gründer Thierry Sabine (FRA) starb am 14. Jänner 1986 bei einem Hubschrauber-Absturz in Mali; der zweifache Dakar-Sieger Fabrizio Meoni (ITA) stürzte 2005 in Mauretanien und verstarb, als sein Kopf auf dem Lenker aufschlug; Paulo Goncalves war mehrfacher Sieger in Motocross- und Enduro-Bewerben und wurde 2015 Zweiter bei der Dakar. 2020 stürzte er mit seiner Hero-Maschine während der siebenten Etappe in Saudi-Arabien. Er wurde bewusstlos mit einem Herzstillstand aufgefunden und im Krankenhaus für tot erklärt.

Angesichts des Todesfalles von Pierre Cherpin geriet die Bedeutung des Endergebnis der Rallye etwas in den Hintergrund. Erstmals seit 1987 feierte Honda bei der Dakar einen Doppelsieg: Der Argentinier Kevin Benavides gewann vor dem US-Amerikaner Ricky Brabec. Bester KTM-Pilot wurde Sam Sunderland (GBR) als Dritter.

Der Österreicher Matthias Walkner hatte schon auf der zweiten Etappe mit einem Defekt mehr als 2:15 Stunden Zeit verloren, die Rallye beendete er mit 2:32 Stunden Rückstand und wurde Gesamt-Neunter.

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Walkner raste in einen Stacheldraht

„Ich bin super happy, dass ich gesund im Ziel bin. Ich bin mit dieser Dakar eigentlich zufrieden“, sagte Walkner in einer ersten Reaktion in Jeddah.  „Aber bei 5.000 Kilometer Sonderprüfungen gibt es viele Auf und Abs. Von der Motivation war es teilweise schwer, wenn man zwölf Stunden am Tag am Motorrad sitzt und nur noch um die goldene Ananas fährt. Man riskiert schon viel, weil langsam fahren macht nicht so viel Spaß.“

Außergewöhnlich ist, dass der Salzburger bis zur letzten Etappe kein einziges Mal gestürzt ist. Am Freitag war es dann so weit:  „Ich bin mit 60 km/h in einen Stacheldrahtzaun gefahren, der nicht nachgegeben hat. Mich hat es nach hinten runter gerissen. Viel ist zum Glück nicht passiert, das Brillenglas hat gehalten. Mich hat es nur an der Lippe und an der Schulter erwischt.“ 

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