Sport | Motorsport
19.05.2018

MotoGP: Heimspiel in Le Mans für den künftigen KTM-Star

Im Vorjahr glänzte Zarco in Le Mans mit seinem ersten Podest, 2019 fährt er für die Österreicher in der MotoGP.

Vor einem Jahr mischte ein damals 26-Jähriger aus Cannes die Motorrad-WM auf: Johann Zarco, zweifacher Weltmeister in der Nachwuchsklasse Moto2 und – entgegen dem Trend – ein vergleichsweise alter Rookie in der Königsklasse auf zwei Rädern, pflügte in seiner Premierensaison durch das MotoGP-Feld und fuhr auf seiner Kunden-Yamaha regelmäßig den Yamaha-Werkspiloten Valentino Rossi und Maverick Viñales um die Ohren. Bei seinem Heimrennen in Le Mans stand er dann erstmals auf dem Podest – bis heute folgten noch vier weitere Podestplätze.

Einzig mit dem ersten Sieg in der MotoGP hat es für den routinierten Franzosen noch nicht geklappt. Geht es nach dem aktuellen WM-Zweiten, soll sich das am Sonntag in Le Mans ändern. „Die Strecke hier passt gut zur Yamaha, und im vergangenen Jahr kam ich sehr gut zurecht“, weiß der Lokalmatador. „Ich hoffe, dass mir das helfen wird, um an die Spitzenreiter heranzukommen.“

MOTO-PRIX-AUS

Die Spitzenreiter, das ist nach dem Spanien-GP vor zwei Wochen vor allem einer: Marc Márquez. Der Spanier (übrigens zwei Jahre jünger als Zarco) ist seit dem Ausfall von Vizeweltmeister Andrea Dovizioso in Jerez in der WM-Tabelle souverän voran, Zarco liegt zwölf Punkte zurück auf dem zweiten Platz. Er weiß aber: „Marc war zuletzt schneller als ich unterwegs, er ist derzeit unheimlich stark.“

Als Weltmeister zu KTM?

Dass er den Honda-Superstar in diesem Jahr im Titelkampf herausfordern kann, will Zarco nicht ausschließen. „Natürlich will ich um den Titel kämpfen, und wenn es schon heuer so weit ist, dann ist das umso besser.“ Der Fokus liegt aber schon jetzt auf der Zukunft, denn ab 2019 steht Zarco vor einer neuen Herausforderung: Er wechselt mit Saisonende ins KTM-Werksteam an die Seite von Pol Espargaró.

Dass er mit dem Wechsel zum österreichischen Hersteller ein Risiko eingeht, ist Zarco bewusst. Schließlich hält KTM bisher in der MotoGP bei zwei neunten Plätzen als bestem Ergebnis – für einen Siegfahrer ein deutlicher Rückschritt. „Ich denke, er glaubt an die Zukunft unseres Projekts“, meint KTM-Motorsportchef Pit Beirer zu seinem neuen Starpiloten. „Wenn man ein Risiko eingeht, dann gibt es auch eine Chance.“

MOTO-PRIX-ESP-JEREZ-PRACTICE

Insgesamt wird KTM im kommenden Jahr vier Motorräder in die MotoGP schicken. Neben dem Werksteam mit Zarco und Espargaró wird auch Zarcos bisheriges Tech3-Team von Yamaha zu KTM wechseln. Dort ist mit Moto2-Werksfahrer Miguel Oliveira schon ein Fahrer bestätigt, das zweite Bike ist derzeit noch zu vergeben.