© EPA/CHRISTIAN BRUNA

Sport Motorsport
08/15/2021

MotoGP: Brad Binder sorgt im Regen von Spielberg für die Sensation

Der Südafrikaner spekulierte trotz einsetzenden Regens und siegte vor Francesco Bagnaia und Jorge Martin.

von Alexander Strecha

Das Wetter wurde zum Regisseur des MotoGP-Rennens  in Spielberg. Blitz und Donner umrundeten von Anfang an den Ring, auf der Strecke blieb es lange Zeit trocken. Doch dann begann es zu tröpfeln, in den letzten vier Runden  kam der Regen und würfelte das Klassement noch einmal kräftig durcheinander. 

Der Eleganteste beim Regentanz war Brad Binder, der den Heim-Grand-Prix für KTM mit unglaublich viel Mut gewann. „Das war Angst einflößend“, gestand er nach seinem Husarenritt. „Als ich den Regen gesehen habe, habe ich gerechnet, wie viel ich pro Runde verlieren würde. Am Ende griff die Bremse nicht mehr, die Reifentemperatur war im Keller, ich dachte, dass es jetzt vorbei ist. Es ist doch gelungen, es ist ein Wahnsinn“, schüttelte der Südafrikaner den Kopf.

Die Szene des Tages

Drei Runden vor dem Ende kam die Spitzengruppe rund um Leader Marc Marquez in die Box zum Motorrad-Wechsel, Binder entschied anders, pokerte und blieb bei nasser Strecke auf den Trockenreifen. Sein Vorsprung von mehr als 30 Sekunden schmolz zwar dahin, aber am Ende zitterte er sein Motorrad als Erster über die Ziellinie. Binder feierte seinen zweiten Sieg nach Brünn 2020, er verwies die Ducati-Piloten von Francesco Bagnaia und Vorwochen-Sieger Jorge Martin auf die Plätze zwei und drei. 

Marquez rutschte bei seiner Aufholjagd selbst auf Regenreifen noch aus und belegte am Ende nur Platz 15.

Show von Rossi

Einen besonders emotionalen Abschied von Österreich erlebte  Valentino Rossi, der im Finish wie Sieger Binder auf  den Regenreifen blieb und  als Achter seine vielen Fans entzückte. Der „Doktor“ ordinierte in Spielberg das letzte Mal und brachte wieder einmal  das Rezept zu einer sehenswerten Show mit. Zwischenzeitlich fuhr er sogar in Richtung Podium, jubelte dann aber auch über Rang acht.  

Jorge Martin, Sieger der Vorwoche, freute sich über Platz drei. „Es war ein unglaubliches Rennen heute. Ich hatte ein gutes Tempo, dann einen Fehler und Probleme. Und dann kam der Regen. Mit dem Podest bin ich sehr zufrieden.“

MotoGP (28 Runden)
 1. Brad Binder (RSA) KTM 40:46,928 Min. - 2. Francesco Bagnaia (ITA) Ducati +9,991 Sek. - 3. Jorge Martin (ESP) Ducati +11,570 - 4. Joan Mir (ESP) Suzuki +12,623 - 5. Luca Marini (ITA) Ducati +14,831 - 6. Iker Lecuona (ESP) KTM +14,952 - 7. Fabio Quartararo (FRA) Yamaha +16,650 - 8. Valentino Rossi (ITA) Yamaha +17,150. Weiter: 12. Danilo Petrucci (ITA) KTM +25,193. Ausgeschieden: Miguel Oliveira (POR) KTM
WM-Stand (nach 11 von 18 Rennen): 1. Quartararo 181 - 2. Bagnaia 134 - 3. Mir 134. Weiter: 6. Binder 98 - 8. Oliveira 85
Konstrukteure: 1. Ducati 212 - 2. Yamaha 209 - 3. KTM 152

Moto2 (25 Runden)
1. Raul Fernandez (ESP) Kalex 37:19,890 Minuten - 2. Ai Ogura (JPN) Kalex +0,845 Sek. - 3. Augusto Fernandez (ESP) Kalex +2,747 - 4. Sam Lowes (GBR) Kalex +4,412 - 5. Somkiat Chantra (THA) Kalex +8,850 - 6. Celestino Vietti (ITA) Kalex +8,782*
WM-Stand (nach 11 von 18 Rennen): 1. Remy Gardner (AUS) Kalex 206 - 2. R. Fernandez 187 - 3. Marco Bezzecchi (ITA) Kalex 159
Konstrukteure: 1. Kalex 275 - 2. Boscoscuro 109 - 3. MV Agusta und NTS, je 10
*Strafe wegen Verlassens der Streckenbegrenzung: eine Position nach hinten

Moto3 (23 Runden)
 1. Sergio Garcia (ESP) GasGas 37:10,345 Minuten - 2. Deniz Öncü (TUR) KTM +0,027 Sek. - 3. Dennis Foggia (ITA) Honda +0,346 - 4. Pedro Acosta (ESP) KTM +0,394 - 5. Romano Fenati (ITA) Husqvarna +0,462 - 6. Jaume Masia (ESP) KTM +0,794. Weiter: 22. Maximilian Kofler (AUT) KTM +25,129
WM-Stand (nach 11 von 18 Rennen): 1. Acosta 196 - 2. Garcia 155 - 3. Fenati 107. Weiter: 26. Kofler 10
Konstrukteure: 1. KTM 235 - 2. Honda 204 - 3. GasGas 167

"Unglaubliches von Binder"

Bagnaia ärgerte sich ein wenig über Rang zwei: „Es war nicht leicht. Das ganze Rennen war immer ein bisschen Regen irgendwo auf der Strecke. Brad Binder hat heute etwas Unglaubliches gemacht. Ich wollte den Sieg, hatte lange viel unter Kontrolle. Nur nicht das Wetter.“

Kofler auf Rang 22

Der Österreicher Max Kofler wurde 22. Ihm war eine Woche davor beim Steiermark-GP auf nasser Fahrbahn von Startplatz 24 aus ein Blitzstart gelungen, obwohl es sein Comebackrennen nach langer Verletzungspause gewesen war. Am Ende hatte der Oberösterreicher als 9. über seine bisher mit Abstand beste WM-Platzierung gejubelt. 

Das Rennen der Moto2-Klasse ging an den Spanier Raul Fernandez vom KTM-Ajao-Team. Ihm gelang der bereits vierte Saisonsieg, er fährt 2022 wie Teamkollege Remy Gardner im KTM-Tech3-Team der MotoGP. Der Australier Gardner wurde dieses mal nur 7., führt aber weiter in der WM.

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