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Kultfahrer Räikkönen wird 40: Aus der Formel 1 nicht wegzudenken

Der Finne ist bereits seit 2001 in der Königsklasse aktiv. Damals fuhren noch Michael Schumacher oder Fernando Alonso.
Kimi Räikkönen mit Sonnenbrille und Alfa Romeo-Kappe bei einer Veranstaltung.

Über seine Verweildauer in der Formel 1 wundert sich Kimi Räikkönen selbst. Auf die Frage, ob er sich jemals habe vorstellen können, mit 40 Jahren noch in der Formel 1 zu fahren, antwortete er am Rande des Grand Prix von Japan in Suzuka schmunzelnd: „Ganz sicher nicht, aber so hat es sich eben entwickelt.“ Und nach einer kurzen Pause ergänzte er: „Ich habe ja immer noch Zeit, auszusteigen.“

Der finnische Alfa-Romeo-Pilot ist bereits seit 2001 in der Motorsportkönigsklasse aktiv. Damals fuhren noch Michael Schumacher, Max Verstappens Vater Jos oder Fernando Alonso. Fast zwei Jahrzehnte später jagt der „Iceman“, wie ihn sein früherer McLaren-Teamchef Ron Dennis wegen der Abgebrühtheit und früher berühmt-berüchtigten Wortkargheit genannt hatte, noch immer Punkten hinterher.

Die Nervensache

Seit fünf Grand Prix hat der Mann aus dem westlich von Helsinki gelegenen Espoo, der am Donnerstag 40 Jahre alt wird, aber keine Zähler mehr eingefahren. Und das nervt Räikkönen gewaltig, auch wenn er wusste, dass Erfolge beim früheren Sauber-Team deutlich kleiner ausfallen würden als noch bei Ferrari.

„Die Ruhe“ werde er vermissen, hatte Sebastian Vettel über seinen Kumpel Räikkönen gesagt, als dieser die Scuderia Ende vergangenen Jahres für Charles Leclerc verlassen musste. Politik und Intrigen sind dem 21-maligen Grand-Prix-Gewinner genauso verhasst wie Simulatorfahrten, das Herumreisen und PR-Termine.

Kimi Räikkönen mit einer Lotus F1 Team Kappe.

dapdLotus driver Kimi Raikkonen of Finland rests in his garage during second practice session of the Australian Formula One Grand Prix at Albert Park in Melbourne, Australia, Friday, March 16, 2012.(Foto:Andrew Brownbill/AP/dapd)

In den letzten 18 Jahren hat sich in der Formel-1-Welt Einiges getan, eine der wenigen Konstanten ist Kimi Räikkönen geblieben. Ebenso seine Mimik.

Ein Mann mit Baseballkappe und Sonnenbrille blickt nach oben.

dapdLotus driver Kimi Raikkonen of Finland reacts during a conversation at lunch ahead of the Australian Formula One Grand Prix at Albert Park in Melbourne, Australia, Thursday, March 15, 2012. Twenty four drivers will take to the grid Sunday, March 18 to

Der Finne scheint immer gelangweilt. 

Kimi Räikkönen mit einer Lotus F1 Team Kappe und Sonnenbrille vor rotem Hintergrund.

EPAepa03318092 Finnish Formula One driver Kimi Raikkonen of Lotus arrives at the Hungaroring circuit in Mogyorod near Budapest, Hungary, 26 July 2012. The 2012 Hungarian Formula One Grand Prix will take place on 29 July. EPA/IMRE FOLDI HUNGARY OUT

Selten ändert sich sein Gesichtsausdruck.

Kimi Räikkönen feiert auf dem Podium mit einer Kappe und einem Rennanzug.

REUTERSSecond placed Lotus F1 Formula One driver Kimi Raikkonen of Finland celebrates during the podium ceremony after the European F1 Grand Prix at the Valencia street circuit June 24, 2012. Ferraris Fernando Alonso won the European Grand Prix on Sunday

Ob jubelnd oder ...

Kimi Räikkönen wird auf dem Podium mit Champagner bespritzt.

EPAepa03192472 German Formula One driver Sebastian Vettel of Red Bull Racing celebrates his victory in 2012 Bahrain Formula One Grand Prix together with second placed Finnish Formula One driver Kimi Raikkonen (L) of Lotus at the Sakhir circuit near Manama

... mit Champagner in der Hand, Kimi lässt sich selten etwas anmerken. 

Kimi Räikkönen mit Sonnenbrille und Lotus F1 Team Kappe im Gespräch mit zwei Personen.

EPAepa03183601 Finnish Formula One driver Kimi Raikkonen of Lotus is seen on the grid before the start of the Chinese Formula One Grand Prix at the Shanghai International circuit in Shanghai, China, 15 April 2012. Rosberg won the Chinese Grand Prix. EPA/

Dank McLaren kam er zum Spitznamen "Iceman". Teamchef Ron Dennis nannte Räikkönen aufgrund seiner kühlen Art zunächst "Ice-Kid", doch reifte Kimi ziemlich schnell vom Jungen zum Mann.

Kimi Räikkönen mit einer Kappe und Sonnenbrille.

EPAepa03318321 Finnish Formula One driver Kimi Raikkonen (front) of Lotus and Finnish Heikki Kovalainen of Caterham during the press conference at the Hungaroring race track in Mogyorod near Budapest, Hungary, 26 July 2012. The 2012 Hungarian Formula One

Damit war "Iceman" geboren, und zwar ohne Bindestrich.

Kimi Räikkönen winkt mit erhobenem Arm, auf dem ein Tattoo zu sehen ist.

AUTO-PRIX-F1-ITA

Kimi ließ sich das 2008 den Spitznamen auf den linken Unterarm tätowieren.

Die Rückseite eines Rennhelms mit den Farben Rot, Blau und Weiß und Sponsorenlogos.

AUTO-PRIX-F1-AUS

An der Rückseite seines Helmes ist der Spitzname übrigens auch zu lesen.

Kimi Räikkönen mit einer Lotus F1 Team-Kappe und Sonnenbrille.

EPAepa03156785 Finnish Formula One driver Kimi Raikkonen of Lotus arrives at Sepang International circuit before the third practice session, outside Kuala Lumpur, Malaysia, 24 March 2012. The Formula One Grand Prix of Malaysia will take place on 25 March

2008 ließ er sich den Spitznamen auf den linken Unterarm tätowieren

Das Spiegelbild in der Sonnenbrille zeigt eine Gruppe von Menschen.

Ferrari Formula One driver Raikkonen of Finland waits before a news conference ahead of the Singapore F1 Grand Prix at the Marina Bay street circuit in Singapore

Wortkarg, ...

Kimi Räikkönen mit einem unzufriedenen Gesichtsausdruck und einer Lotus F1 Team Kappe.

EPAepa03403819 Finnish Formula One driver Kimi Raikkonen of Lotus F1 Team during a press conference at the Marina Bay Street Circuit in Singapore, 20 September 2012. The Singapore Formula One Grand Prix will take place on 23 September. EPA/STEPHEN MORRIS

... intovertiert und ...

Kimi Räikkönen mit Sonnenbrille bei einer Veranstaltung.

Italian premium sports car maker Ferrari celebrates 90 years of its racing team at Milan's Duomo square

knorrig, seine ...

Ein Mann mit einer Kappe und Sonnenbrille, in der sich eine Szene im Freien spiegelt.

EPAepa03156927 Finnish Formula One driver Kimi Raikkonen of Lotus seen before the third practice session at the Sepang circuit, outside Kuala Lumpur, Malaysia, 24 March 2012. The Formula One Grand Prix of Malaysia will take place on 25 March 2012. EPA/JE

... sperrige Art ist längst Kult geworden. 

Kimi Räikkönen, ein Formel-1-Fahrer, lächelt in seiner Lotus-Teamkleidung.

REUTERSLotus F1 Formula One driver Kimi Raikkonen of Finland smiles during the news conference ahead of the Spanish F1 Grand Prix at Montmelo race track near Barcelona May 10, 2012. REUTERS/Gustau Nacarino(SPAIN - Tags: SPORT MOTORSPORT)

Nur ganz selten entlockt man dem coolen Finnen ein Lächeln. 

In der Schweiz daheim

Dennoch band sich Räikkönen, der seit seinem WM-Titel 2007 noch immer Ferraris letzter Champion ist, aus purer PS-Lust bis Ende 2020 an Alfa Romeo. Beim Schweizer Sauber-Team hatte er 2001 auch sein Formel-1-Debüt gefeiert. Nur 2010 und 2011 nahm sich Räikkönen eine Auszeit vom schnellsten Kreisverkehr der Welt, um an der Rallye-WM und der NASCAR-Serie teilzunehmen.

In der Schweiz, in Baar am Zugersee, hat er auch längst die Heimat für sich, Frau Minttu sowie die beiden Kinder Robin und Rianna gefunden. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, ständig in Finnland zu leben. Wenn ich in der Formel 1 aufhöre, werde ich mit der Familie in der Schweiz bleiben“, erzählte er der Neuen Zürcher Zeitung in einem Interview. „Mit den Wäldern, den Feldern, den Seen erinnert mich die Schweiz sehr an Finnland.“ Baar sei sein Zuhause, „hier fühle ich mich wohl. In Finnland dagegen bin ich nur zwei-, drei Mal pro Jahr.“

Die Frage der Sucht

Räikkönen ist für seine Eskapaden bekannt. In der Saison 2012 soll er zwischen den Grand Prix von Bahrain und Spanien fast durchgehend betrunken gewesen sein, so steht es zumindest in der von ihm autorisierten Biografie „Der unbekannte Kimi Räikkönen“. Sein Funkspruch an den Lotus-Kommandostand bei seinem Sieg in Abu Dhabi 2012 ist längst Legende: „Lasst mich in Ruhe, ich weiß, was ich tue.“

Dabei würde Motocross-Liebhaber Räikkönen das Rennfahren nie als seine Sucht bezeichnen. „Das Fahren von Rennen beansprucht zwar am meisten Zeit in meinem Leben, aber es ist nicht das Wichtigste – und das war es noch nie. Das alltägliche Leben ist mir viel mehr wert, jenseits von Siegen oder siebenten Plätzen“, sagte der mit Abstand älteste Fahrer im Formel-1-Starterfeld.

Eine erfrischende Distanz hat Räikkönen auch zum greifbaren Rekord als Pilot mit den meisten Starts in der Motorsport-Königsklasse. Nur noch 14 Grand Prix fehlen ihm auf Rekordhalter Rubens Barrichello (322) aus Brasilien. In der nächsten Saison könnte er diese Bestmarke übertreffen. Dieser Rekord interessiere ihn aber „überhaupt nicht“, meinte Räikkönen.

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