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15.09.2018

Formel 1: Kvyat kehrt 2019 wohl zu Toro Rosso zurück

Bei Red Bull sind die Kandidaten für ein Formel-1-Cockpit dünn gesät - deshalb wird wohl Daniil Kvyat ein Comeback feiern.

Englischen Medienberichten zufolge wird der Russe Daniil Kvyat im kommenden Jahr wieder bei Toro Rosso im Cockpit sitzen. Der Russe profitiert vom Mangel an geeigneten Nachwuchsfahrern in der Red-Bull-Akademie und tritt beim kleinen Schwesterteam die Nachfolge von Pierre Gasly an, der als Ersatz für Daniel Ricciardo zu Red Bull aufsteigt. Der 24-Jährige steht aktuell bei Ferrari als Simulatorpilot unter Vertrag, dürfte diese Stelle aber nach nur einem Jahr wieder aufgeben.

Bei Toro Rosso herrscht im Hinblick auf die Saison 2019 akute Fahrernot. Gasly wechselt nach einer starken Saison zu Red Bull, um den zu Renault abwandernden Ricciardo zu ersetzen. Und sein Teamkollege Brendon Hartley konnte in seiner ersten kompletten Formel-1-Saison nicht überzeugen. Zudem passt der 28-Jährige nicht unbedingt ins Nachwuchsteam des Red-Bull-Rennstalls, wo kommende Saison ein 21-Jähriger (Verstappen) und ein 23-Jähriger (Gasly) das Fahrerduo bilden werden.

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Das Problem für Red Bull und Toro Rosso ist der Mangel an Kandidaten aus dem eigenen Nachwuchs: Keiner der Piloten im Red-Bull-Förderkader kommt für ein Formel-1-Cockpit in Frage- Formel-3-EM-Leader Dan Ticktum fehlen ebenso wie Honda-Junior Nirei Fukuzumi die nötigen Punkte für die Superlizenz. So kommt mit Kvyat einer der eigentlich schon aus dem Nachwuchsprogramm "aussortierten" Piloten wieder zum Zug. Als Kandidat für das zweite Cockpit gilt Ex-Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein: Der Deutsche fuhr 2016 und 2017 für Manor und Sauber in der Königsklasse und verlässt mit Saisonende mangels Zukunftsaussichten das Mercedes-Förderprogramm.

Auf und Ab (und Ab)

Die Formel-1-Karriere von Kvyat hat ein bisschen was von einer Achterbahnfahrt: Mit vielen Vorschusslorbeeren kam der Russe 2014 als amtierender GP3-Champion in die Formel 1 und wurde nach nur einer Saison bei Toro Rosso prompt zum Nachfolger von Sebastian Vettel, als sich dieser 2015 vom großen Schwesterteam Red Bull in Richtung Ferrari verabschiedete. Von da an ging es mit der Karriere des Russen allerdings bergab.

In der Saison 2015 hatte Kvyat seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo wenig entgegenzusetzen, schaffte es nur in Ungarn als Zweiter aufs Podest. 2016 wurde er nach einer Reihe von Fehlern und Kollisionen kurzerhand wieder zu Toro Rosso degradiert. Seinen Platz nahm ab dem fünften Saisonrennen in Barcelona ein gewisser Max Verstappen ein. Der Rest ist Formel-1-Geschichte - Verstappen gewann gleich sein erstes Rennen, Kvyat fuhr im Toro Rosso hinterher.

2017 ging Kvyat zwar als Stammfahrer in die Saison, verlor aber vor dem Malaysia-GP sein Cockpit. Ein letzter Auftritt beim GP der USA folgte, weil Toro Rosso nach dem Abgang von Carlos Sainz zu Renault einen Fahrer brauchte, aber danach war Kvyats Zeit im Bullenstall endgültig vorbei. Für 2018 verdingte er sich bei Ferrari als Test- und Simulatorfahrer.