Getrennte Wege: Teamchef Domenicali (li.) trat
zurück, Präsident Montezemolo steht Schweiß auf der Stirn.

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Abschied des Erfolglosen
04/14/2014

Domenicali tritt als Ferrari-Teamchef zurück

Stefano Domenicali trat nach einer langen Misserfolgsserie als Teamchef von Ferrari zurück.

von Christina Pertl, Florian Plavec

Ferrari hat mit Fernando Alonso und Kimi Räikkönen zwei Star-Piloten. Ferrari hat die meisten Fans, die längste Historie – doch seit Jahren nicht mehr den gewünschten Erfolg. 17 Rennen ohne Sieg, 32 ohne Poleposition. Sechs Jahre ohne WM-Titel. Zuletzt fuhren Alonso und Räikkönen in Bahrain nur noch auf die Plätze 9 und 10. Selbst gegen vermeintliche Nachzügler-Teams wie Williams und Force India wirkten die stolzen Italiener chancenlos, die sich fest vorgenommen hatten, vom neuen Motor-Reglement zu profitieren. Auf den ersten Podestplatz 2014 wartet man immer noch.

Nun passierte das, was schon seit Wochen vermutet worden war: Teamchef Stefano Domenicali warf am Montag das Handtuch. Nachfolger wird mit sofortiger Wirkung Marco Mattiacci, der ehemalige Nordamerika-Chef.

Domenicali ist ein Ferrari-Urgestein: 1991 begann seine Karriere, 2008 übernahm er den Posten des Teamchefs von Jean Todt. Kein leichtes Erbe, hatte der Franzose doch mit fünf WM-Titeln in Serie die Ära Michael Schumacher geprägt. Domenicali hingegen blieb ein Titel in der Fahrerwertung verwehrt.

„Als Chef bin ich für die momentane Situation verantwortlich“, sagte Domenicali gestern. „Ich hoffe, dass Ferrari bald dort sein wird, wo es hingehört. Ich bedaure nur, dass wir nicht das geerntet haben, was wir uns für unsere harte Arbeit in den vergangenen Jahren verdient hatten.“ Seine Entscheidung will der 48-Jährige als Signal verstanden wissen. „Mein Ziel ist es, wachzurütteln“, sagte er.

Kritische Worte

Der Weckruf erscheint überfällig. Während die Blamage von Bahrain noch im Gang war, hatte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo erbost die Rennstrecke verlassen und geschimpft: „Mir gefällt es nicht, Ferrari in dieser Verfassung zu sehen. Wir lassen keinen Stein auf dem anderen.“ Nach dem Rücktritt des Teamchefs gab er sich etwas versöhnlicher: „Ich danke Stefano Domenicali nicht nur für seinen Einsatz. Er hat immer die Interessen Ferraris über alles gestellt, wie man auch in seiner heutigen Entscheidung sieht.“

Viel Arbeit wartet nun auf die neue sportliche Leitung des Traditionsteams. Das hatte auch Domenicali selbst vor zwei Wochen deutlich gemacht. Auf die Frage, ob er die Problemzonen des Formel-1-Boliden beschreiben könnte, sagte er damals: „Eigentlich alles.“ Nach dem Grand Prix von Malaysia mahnte der Italiener noch zur Geduld. „Man darf nicht vergessen, dass das erst das zweite Rennen der Saison war. Man muss vorsichtig mit dem Urteil sein“, sagte er nach den Rängen vier (Alonso) und zwölf (Räikkönen). Zwei Wochen später verabschiedete er sich.

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