Das Siegespodest mit Bottas, Leclerc, Norris (von re. nach li.)

© REUTERS/LEONHARD FOEGER

Analyse
07/06/2020

Die Kronprinzen beleben die Königsklasse

Beim Formel-1-Auftakt in Spielberg sieht die Sportwelt ein Spektakel. Großer Gewinner ist nicht nur Sieger Bottas.

von Philipp Albrechtsberger

Erster Grand Prix, erster Mercedes-Sieg. Wer mit diesen Worten den Großen Preis von Österreich, das erste Rennen der Formel-1-Saison 2020, vom Sonntag beschreibt, hat die 71 Runden nicht mitverfolgt oder keine Ahnung von einem Spannungsbogen. Das Rennen auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg hatte vieles, was Motorsportfans oft einfordern von der Königsklasse – vor allem aber hatte es: viele Gewinner und einige Verlierer.

  • PLUS: Valtteri Bottas

Der 30-jährige Finnen erlebte ein perfektes Wochenende. Die gefühlte Nummer zwei im Mercedes-Team hatte schon am Samstag im Qualifying Sechsfach-Weltmeister und Teamkollege Lewis Hamilton ausgebremst, im Rennen gab es ebenfalls kein Vorbeikommen. Auf dem Weg zum achten Grand-Prix-Erfolg ging er sowohl mit den Angriffen Hamiltons souverän um, als auch mit den Drucksituationen nach den Safety-Car-Phasen.

  • PLUS: McLaren

Der bisher letzte Rennsieg des zweiterfolgreichsten Teams der Formel 1 ist lange her (2012), schön langsam nehmen die Engländer aber wieder Fahrt auf. Seit Ewigkeiten rangiert McLaren wieder einmal auf Rang zwei in der Konstrukteurswertung - eine erfreuliche Momentaufnahme nach nur einem Rennen. Hauptverantwortlich dafür war Lando Norris, der als Dritter seinen ersten Podestplatz bejubelte. Der 20-Jährige profitierte dabei von einer Fünf-Sekunden-Strafe von Hamilton. Der Titelverteidiger fuhr zwar als Zweiter über die Ziellinie, wurde nachträglich aber auf Rang vier zurückgereiht.

  • PLUS: Charles Leclerc

Der Ferrari-Motor ist der schwächste im Feld, das zeigte schon das Qualifying. Umso beachtlicher war die auffällig unauffällige Fahrt von Charles Leclerc. Der Monegasse umkurvte von Startplatz sieben weg alle Unwägbarkeiten und landete auf Rang zwei. "Für mich eines meiner besten Rennen, seit ich in der Formel 1 bin", sagte der 22-Jährige. Zeitgleich rückte er zum Auftakt im Duell mit dem angriffslustigen Vettel die teaminterne Hackordnung zurecht.

  • PLUS: WM-Spannung

Noch weiß niemand, wie lange die Saison dauern wird, die lange Rennpause hat bei Piloten und Teams aber zweifelsfrei Spuren hinterlassen. Nur elf von zwanzig Fahrern sahen die Zielflagge – teilweise durch Defekte und Strategiefehler, teilweise durch Fahrfehler und Fehleinschätzungen.

  • MINUS: Red Bull

Erster Jäger von Mercedes wollten die Hausherren sein. Nach zwei Siegen in Folge in Spielberg wähnte sich Red Bull in aussichtsreicher Position für einen Angriff. Am Ende steht der Rennstall mit null Punkten da. Bei Max Verstappen versagte der Rennwagen, Alex Albon beschädigte im Zweikampf mit Hamilton den RB16.

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  • MINUS: Sebastian Vettel

Nachdem der Vertrag des Deutschen bei Ferrari am Saisonende ausläuft, will er sich für neue Aufgaben empfehlen. Doch Vettel (Rang 10) tut sich schwer mit seinem aktuellen Dienstwagen: "Ich hatte unheimlich Probleme, auf der Strecke zu bleiben. Ich habe das Auto nicht wiedererkannt, es war ganz schwer zu fahren."

  • MINUS: Die Strafen

41 Minuten vor Rennstart gaben die Stewards bekannt, dass Hamilton auf den fünften Platz zurückgereiht wird. Wegen eines Vergehens vom Vortag! Die Fünf-Sekunden-Strafe im Rennen war diskutabel. "Einfach zu hart", sagte Teamchef Toto Wolff.

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