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Sport Motorsport
04/13/2019

"Die Formel 1 ist ein Strategiespiel"

Der alte Fan. Für den Geschäftsführer des F1 Club Austria hat die Serie ihre Faszination verloren.

von Florian Plavec

Eigentlich lautete der Plan so: Der KURIER wollte gemeinsam mit einer Gruppe Formel-1-Fans einen Grand Prix im TV anschauen und über die Faszination des Sports reden. Also wandten wir uns an den „F1 Club Austria“. Die Antwort des Geschäftsführers Robert Wagner ließ den Plan scheitern:

„Früher haben wir uns die Rennen noch oft gemeinsam angeschaut, sind vor dem Fernseher zusammengesessen. Das war die Zeit mit Gerhard Berger und natürlich mit Heinz Prüller. Doch das Interesse für die aktuelle Formel 1 ist etwas weggebrochen. Wir merken das auch beim Verkauf der Fanartikel. Aber natürlich nehmen wir noch alle Rennen auf und archivieren sie. Die Formel 1 ist heute komplett ausrechenbar, es gibt kaum eine Differenzierung zwischen den Teams.

Natürlich hat es auch früher Jahre gegeben, wo Teams dominiert haben, etwa Mitte der 1980er, als McLaren vorne war. Aber das Kräfteverhältnis hat sich schnell gedreht und im nächsten Jahr war ein anderes Team vorne.

Auch die Performance der Piloten war früher viel wichtiger. Heute ist die Formel 1 ein Computerspiel, ein Strategiespiel. Die Fahrer müssen zu viel auf die Batterien, DRS, o.ä. achten. Außerdem fehlt uns ein Fahrer aus Österreich in der Formel 1.

Natürlich ist es schön, wenn mit Mercedes ein Team unter österreichischer Führung gewinnt oder Red Bull. Aber in erster Linie brauchen wir wieder jemand im Cockpit. Auf den warten wir eigentlich seit Christian Klien, und das ist jetzt schon neun Jahre her. Das letzte Mal gewonnen hat ein Österreicher vor 22 Jahren, Gerhard Berger in Hockenheim 1997. Und der WM-Titel von Niki Lauda 1984 ist schon sagenhafte 35 Jahre her.

Viel spektakulärer ist zum Beispiel die NASCAR-Serie. Da sind V8-Motoren im Einsatz, das ist laut, da ist Action. Und da wurde 2017 mit Andreas Kuchelbacher ein Österreicher Champion im Euro NASCAR Elite Club.“

Robert Wagner, 52, ist Geschäftsführer des F1 Club Austria. Dieser betreut Rennfahrer in verschiedenen Serien (www.motorsportaktiv.at) und ermöglicht den Einstieg in den Motorsport.