Suzuka: Antonelli vor Mercedes-Kollegen Russell auf Pole

Piastri vor Leclerc Dritter, dahinter Norris und Hamilton. Verstappen nur Elfter: "Auto ist plötzlich unfahrbar". Teamchef Wolff lobte Antonelli: "Richtig gut, sehr kontrolliert".
Kimi Antonelli

Das Formel-1-Team von Mercedes gibt zumindest vorerst auch beim Grand Prix in Japan den Ton an. China-Sieger Kimi Antonelli entschied am Samstag das Qualifying des dritten WM-Rennens der Saison für sich, der Italiener verwies seinen britischen Teamkollegen George Russell um 0,298 Sek. auf Rang zwei. Dritter wurde 0,354 Sek. zurück McLaren-Pilot Oscar Piastri, der Australier hatte am Vortag das zweite Suzuka-Training vor dem Teamkollegen und Weltmeister Lando Norris gewonnen.

Aber schon im dritten freien Training vom Samstag waren Antonelli und Russell wieder voran. Sie bestätigten das Stunden später, als es um die Startaufstellung für das für Sonntag (7.00 Uhr MESZ) angesetzte Rennen ging. Nur von Platz elf geht der vierfache Weltmeister Max Verstappen in das dritte Saisonrennen, der Niederländer hat das letzte Qualifying-Segment verpasst. 

Die bisherigen beiden Saisonrennen in Melbourne und Shanghai endeten mit Siegen von Russell bzw. Antonelli jeweils vor dem Teamkollegen. Den China-Sprint entschied WM-Leader Russell für sich.

"Ich bin superglücklich, habe mich sehr wohlgefühlt im Auto", sagte Antonelli. "Bei jedem Versuch konnte ich noch mehr zulegen. Ich bin mit der Session happy." Die Leidenschaft der Nippon-Fans genoss der Youngster sichtlich. "Sie sind unglaublich, pushen uns noch einmal extra." Russell droht nun am Sonntag, seine auf vier Punkten Vorsprung basierende WM-Führung an den 19-jährigen Jungspund zu verlieren. "Er ist toll gefahren, eine gute Session für uns", stellte der Brite zumindest nach außen den Teamgedanken aber in den Vordergrund.

50. Pole Position eines Italieners

Er beklagte freilich auch Probleme mit der Abstimmung seines Autos. Mercedes-Teamchef Toto Wolff lobte primär Antonelli. "Das war richtig gut von Kimi, sehr kontrolliert", lobte der Wiener. Antonelli hatte zuletzt in Shanghai als jüngster Fahrer der Geschichte der Königsklasse eine Pole Position erreicht, und legte nach seinem dann im Rennen errungenen Premierensieg nun gleich nach. Es ist überdies die 50. Pole Position eines Italieners in der Formel 1. Der Rückstand Antonellis in der WM-Wertung ist durch Russells Sprint-Sieg in China bedingt.

Piastri wiederum war mit Rang drei zufrieden. "Wir haben nicht die Geschwindigkeit der Mercedes. Aber wir kommen näher dran, das ist das Wichtigste." Die Ferrari-Piloten Charles Leclerc (+0,627) und Lewis Hamilton (+0,789) wurden im Qualifying Vierter und Sechster, dazwischen platzierte sich der britische Weltmeister Lando Norris in seinem McLaren als Fünfter (+0,631). 

Pierre Gasly (FRA/Alpine/+0,913), Isack Hadjar (FRA/Red Bull/+1,200), Gabriel Bortoleto (BRA+1,496) und Arvid Lindblad (GBR/Racing Bulls/+1,541) komplettierten die Top Ten.

Für Verstappen setzte sich der Frust der ersten WM-Wochen fort, obwohl er die vergangenen vier Rennen in Suzuka gewonnen hatte. "Irgendwas ist falsch mit dem Auto. Es ist plötzlich unfahrbar", klagte er am Boxenfunk. Unter den seit heuer geltenden Richtlinien spielt der Elektro-Anteil des Motors eine viel größere Rolle, die Piloten müssen immer wieder die Batterie laden und häufiger vom Gas gehen. "Das Fahren in diesen Autos fordert ihn nicht. Ehrlich gesagt, befürchte ich, dass Max seine Motivation verliert", warnte Vater Jos Verstappen im niederländischen "Telegraaf".

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