Sport 05.12.2011

Malle kann kommen

1km-100km-10km

Rückblick

Nach 3 Wochen hartem Training und einer Rekom-Woche ging ich recht zuversichtlich in den Duathlon am vergangenen Sonntag. Um meine eindrucksvolle Serie von Erfolgen bei Rennteilnahmen an meinem Geburtstag (bereits 3 Siege!) fortzusetzen, habe ich mir Wind gewünscht. Nachdem vieles im letzten Jahr nicht wie gewünscht gelaufen ist, wurde diesmal mein Wunsch gleich übererfüllt -> Windgeschwindigkeit: 80 km/h! Tja, so stark hätte er auch wieder nicht sein müssen.
Darüber hinaus bekam ich ein paar Tage vorher meine neuen ZIPP 8008 firecrest Laufräder, welche ich noch nie gefahren bin. Trotzdem beschlossen mein Mechaniker und ich, dass ich zum ersten Mal in den letzten 10 Jahren auf die Scheibe verzichten werde, da ich in Mallorca ebenfalls ohne fahren werde.

Aber nun genug zu den diversen Einflussfaktoren und ab zum Wettkampfgeschehen: Mein Ziel war es am ersten 10er nicht allzu viel zu verlieren und zumindest als erster nach dem Rad fahren in T2 zu kommen.
Den ersten Teil schaffte ich auch perfekt. Es war sogar fast angenehm dieses Tempo - es lief einfach perfekt. Ich habe mich auch nicht auf den letzten 500 m auf den "Wer ist als Erster in der Wechselzone"-Sprint eingelassen und kam daher mit 15 Sekunden Rückstand in die Wechselzone.
Ich dachte, dass das perfekt für einen Top Radsplit ist und ich, wie mit meinem Trainer Harald Horschinegg vereinbart, mich am letzten 5er schonen und die Kräfte für nächsten Sonntag aufheben kann.
In der Wechselzone zog ich meine Radschuhe an und verbummelte ein bisschen den Wechsel. Anscheinend brauchte ich länger, da die Frisur noch nicht passte. *ggg* Ich wechselte in 1:15 doppelt so langsam wie der spätere Sieger. So langsam bin ich mir allerdings gar nicht vorgekommen.
Auf der Radstrecke schob ich mich schon nach 5 km an die 2. Stelle mit Sicht auf den Führenden. Da ich die Zipp-Laufräder erst vor 3 Tagen bekommen habe und wir keinen anderen Zahnkranz lagernd hatten, fuhr ich eine Übersetzung von 12-25. Bei Rückenwind wusste ich, dass wir da ordentlich in den Gatsch gegriffen haben. Bei diesem Teilstück fuhr ich mit 230-250 Watt 115 TF lediglich max. 61km/h. Ich konnte also die Vorgabe von 380 Watt unmöglich einhalten.
Als ich mich später im Ziel mit dem Sieger unterhielt, berichtete er mir, dass er 70 km/h Höchstgeschwindigkeit am Tacho hatte. Somit verlor ich ihn unweigerlich wieder aus den Augen.

Ich kam mit ca. 1 Minute Rückstand in die Wechselzone, mit einer Radzeit unter einer Stunde und lief den 2. Platz sicher heim.

Ich gratuliere dem Sieger Daniel Hochstrasser zum Sieg. Das war eine absolute Top Leistung unter schwierigsten Bedingungen.

Im ersten Moment war ich enttäuscht, da ich am Rad ganz schlecht fuhr und ich mir nach meiner super Laufleistung eigentlich einen Sieg erwartet habe.
Mittlerweile bin ich doch zufrieden, schließlich bin ich vor genau 365 Tagen zum zweiten Mal an der Wirbelsäule operiert worden und viele Ärzte meinten, dass ich lieber etwas weniger anstrengendes in Zukunft betreiben sollte. Wenn man zusätzlich berücksichtigt, dass mein letztes Rennen im Oktober 2009 gewesen ist, kann ich mich über diesen zweiten Platz tatsächlich mit erhobenem Haupt freuen. Es ist ein gutes Ergebnis am Weg zu einer weiteren Top-Platzierung auf der Langdistanz, die ich mir fest vorgenommen habe, um meine Leistung in Barcelona 2009 zu bestätigen.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass mir das bald gelingen wird. Am Freitag hatte ich einen Stundentest, der zeigte, dass es dieses Jahr den "besten Schurlinger ever" geben wird!!!

Ich bin bereits auf Mallorca und freu mich schon aufs Rennen am Sonntag.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011