Sport
11.03.2012

London putzt sich heraus für die Spiele

England ist zu 96 Prozent ready für die Olympischen Spiele im Juli. Österreich stellte bereits die Weichen für die Feiern.

Noch 19 Sonntage bis zu den XXX. Olympischen Spielen. Am 27. Juli werden 10.500 Athleten und 21.000 Medienvertreter in London weilen, grob darf behauptet werden, dass über jeden Sportler zwei Journalisten berichten. 23.000 Sicherheitskräfte passen auf, dass Terroristen keine Chance haben, das Olympische Motto "Dabei sein ist alles" auszuleben.

Im Österreichischen Olympischen Comité (ÖOC) wird davon ausgegangen, dass 70 bis 85 Menschen in rot-weiß-roten Trainingsanzügen in die 8-Millionen-Metropole reisen werden. Als Anlaufstelle wurde das Trinity House nächst dem Tower gemietet, wo "die eine oder andere Medaille gefeiert" werden soll, wie ÖOC-Präsident Karl Stoss sagt. Das Palais, in dem sich die Leuchtfeuerverwaltung für England und Wales befindet, ist 200 Jahre alt und 1650 m² groß, die Miete beträgt 9500 Pfund, das sind 11.360 Euro. Pro Tag. Macht in Summe 352.000 Euro. ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel hofft neben der Tirol-Werbung auf weitere Sponsoren. Auf dem Dach richtet der ORF sein Olympia-Studio ein, ORFeins überträgt 220 Stunden live, das sind 14 Stunden täglich; parallel dazu sendet ORF Sport+ 110 Stunden live, vor allem Ballsport und die Fight Night mit Sigi Bergmann.

Apropos Blut und Spiele: Gleich ums Eck befindet sich das Pub "The hung, drawn and quartered". Heißt: "Der Gehängte, Ausgeweidete und Gevierteilte." Ein interessanter schöner Name für eine Gastwirtschaft.

Blühende Fantasie

In London wird seit sieben Jahren am Aufbau der Sportstätten gearbeitet. Paul Deighton, der Vorsitzende des britischen Organisationscomités, berichtet, dass "wir zu 96 Prozent fertig" sind. Der Olympic Park entstand im Osten der Stadt, auf einem Industriegebiet. 12.000 Männer verrichteten gute Arbeit, nach den Spielen werden die Wohnungen im Olympischen Dorf verkauft. Das neue, größte Einkaufszentrum Europas, soll später Touristen in die Peripherie der Stadt locken. Im Frühling werden 4000 Bäume gepflanzt. Und Blumen, die Ende Juli blühen. Derzeit ist alles grau(slich).

Was die Kosten für die Olympia-Infrastruktur betrifft, dürften sich die Organisatoren ordentlich verkalkuliert haben. 11,1 Milliarden Euro waren veranschlagt worden, davon sind knapp fünf Monate vor der Eröffnung nur noch 100 Millionen übrig. Es wird bemängelt, dass in der Gesamtsumme die Kosten für den Ankauf von Land im Stadtteil Stratford nicht inbegriffen waren. Diese Summe beläuft sich auf 941 Millionen. Aus dem Sportministerium ist zu hören, dass das Gelände nach den Spielen verkauft wird, sodass der Betrag absichtlich nicht in die Kosten gerechnet wurde.

Die Marke Rogan

Auf dem Gelände steht auch das Aquatic Centre, dessen Wasser Markus Rogan bereits getestet hat. Es befindet sich in einem von nur zwei 50-Meter-Becken in London. Rogan sagte zwei bemerkenswerte Sätze: "Vor acht Jahren habe ich mich in Athen in mich selbst verliebt." Und: "In Peking habe ich keine Medaille gewonnen, weil ich vorher eine Briefmarke bekommen habe. Wenn man sich selbst von jedem Brief lächeln sieht, hebt man leicht ab."

Einsichten eines Mannes, der "immer zwanghaft beweisen wollte, dass ich mehr bin als ein Schwimmer".