Ex-Olympionikin spricht erstmals über den Tod ihrer Tochter
Marina Piller hat drei Mal an Olympischen Winterspielen teilgenommen. Über die schwerste Erfahrung ihres Lebens hat die frühere italienische Skilangläuferin bislang geschwiegen. Im Corriere della Sera hat sie nun erstmals ausführlich davon erzählt: vom Tod ihrer Tochter Viola, die am 10. Juli 2019 zur Welt kam und wenige Augenblicke später starb, verursacht durch einen ärztlichen Fehler bei der Entbindung.
Nach Pillers Schilderung verlief die Geburt selbst unauffällig. Was danach geschah, prägt sie bis heute. Die Ärzte nahmen das Neugeborene mit in einen anderen Raum, ohne den Eltern zu sagen, warum.
„Ohne weitere Erklärung aus dem Raum gegangen“
„Wenig später kamen die Ärzte zurück und sagten, meine Tochter sei gestorben. Dann sind sie ohne weitere Erklärung aus dem Raum gegangen“, schilderte Piller. Bis heute, sieben Jahre später, hat sich niemand aus dem medizinischen Personal bei der Familie entschuldigt. Der Gazzetta dello Sport zufolge fasste Piller den Moment so zusammen: Man habe ihr das Kind weggenommen, dann sei die Todesnachricht gekommen und das Personal sei „ohne ein Wort des Trostes im Nichts verschwunden“.
800.000 Euro Schadenersatz zugesprochen
Um Antworten zu bekommen, ging die Familie vor Gericht. Die Untersuchung ergab, dass ein Sauerstoffmangel zum Tod geführt hatte, ausgelöst durch ein fehlerhaftes Abklemmen der Nabelschnur. Im April sprach das Zivilgericht in Udine der Familie mehr als 800.000 Euro Schadenersatz zu, zu zahlen von der zuständigen Gesundheitsbehörde der Region Friaul.
Am Geld liegt Piller wenig. „Das Geld interessiert uns nicht. Nichts kann uns unsere Viola zurückbringen“, sagte sie.
Ihre Tochter habe das Recht gehabt zu leben, sie selbst und ihr Mann das Recht, sie aufwachsen zu sehen.
Geld soll Eltern in ähnlicher Lage helfen
Statt das Geld zu behalten, will Piller es in ein Projekt zur Behindertenhilfe stecken, das derzeit noch in Planung ist. Vor allem aber möchte sie für andere Eltern da sein, die eine ähnliche Tragödie durchmachen.
Eine Entschuldigung, so sagte sie dem Corriere della Sera, würde nach sieben Jahren ohnehin nichts mehr ändern.
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