Der falsche Sieger: Jasper Philipsen freute sich über einen Etappensieg, den es gar nicht gab

© REUTERS/CHRISTIAN HARTMANN

Sport
07/05/2022

Lachnummer bei der Tour: Ein Belgier bejubelt irrtümlich den Sieg

Jasper Philipsen glaubte, er hätte die vierte Etappe gewonnen. Dabei war Landsmann Wout van Aert schon lange im Ziel.

von Christoph Geiler

Jasper Philipsen wird sich in den nächsten Tagen von seinen Radprofi-Kollegen einiges anhören müssen. Denn der Belgier machte sich mit seinem ausgelassenen Siegestaumel auf der vierten Etappe von Dunkerque nach Calais zum Gespött dieser Tour de France.

Nachdem er im Sprint des Hauptfeldes die Nase vorne hatte, riss Philipsen riss im Ziel euphorisch die Arme in die Höhe und bejubelte seinen vermeintlich ersten Etappensieg bei der berühmten Frankreich-Rundfahrt.

Was dem 24-jährigen Belgier im Eifer des Gefechts und in der Aufregung der turbulenten Schlussphase offenbar entgangen war: Er war nicht der erste Radprofi, der in Calais die Ziellinie überfahren hatte. Etliche Sekunden vor ihm war bereits sein Landsmann und Tour-Spitzenreiter Wout van Aert nach einer späten Soloflucht ins Ziel gekommen.

Die Szenerie erinnerte an die Olympischen Sommerspiele in Tokio, als Anna Kiesenhofer im Straßenrennen die Konkurrentinnen überrumpelt hatte und sensationell Gold gewann. Als die Niederländerin Annemiek van Vleuten mit einer Minute Rückstand als Zweite ins Ziel kam, wähnte sie sich als Olympiasiegerin und jubelte ähnlich ausgelassen wie Philipsen. "Ich dachte, ich hätte Gold", gestand Van Vleuten danach. 

Wout van Aert hatte am Schlussanstieg der vierten Etappe sein Heil in der Flucht gesucht. Der Tempoerhöhung des Gesamtführenden war keiner gewachsen, so sehr sich die Verfolgergruppe im Finish auch abstrampelte, der 27-jährige Belgier brachte den Vorsprung ins Ziel nach Calais und baute seine Gesamtführung weiter aus. Für Van Aert war der Etappensieg eine besondere Genugtuung, nachdem er die ersten drei Etappen jeweils Zweiter geworden war.

Tour de France 2022 - 4th stage

Ein weiterer Hauptdarsteller war Magnus Cort Nielsen, dem die Fahrt in die Geschichtsbücher der Tour de France gelang. Der 29-jährige Däne gewann die ersten elf Bergwertungen dieser Tour de France und übertrumpfte die Marke des Spaniers Federico Bahamontes aus dem Jahr 1958.

Bester Österreicher war am Dienstag Felix Großschartner, der als 21. ins Ziel kam. Gregor Mühlberger wurde 38..

Die fünfte Etappe am Mittwoch bietet Spannung und Spektakel. Von Lille nach Arenberg warten 19 Kilometer Kopfsteinpflaster.

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