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Wie ein Polizist zum neunfachen Weltmeister im Kegeln wurde

Der Niederösterreicher Lukas Huber beherrscht eine Wurftechnik, die Kegelsport einzigartig ist. Damit räumte er zuletzt auch bei der WM ab.
Lukas Huber

Wenn Lukas Huber zur Kugel greift, dann zieht er die Blicke auf sich. Denn der 38-jährige Polizist aus Niederösterreich hat den Dreh raus und beherrscht eine Wurftechnik, die beim Kegeln so ziemlich einzigartig ist. „Erst zieht es die Kugel rechts raus, dann kommt sie mit viel Drall wieder Richtung Mitte und schlägt rechts neben dem ersten Kegel ein“, erzählt Lukas Huber. „Diesen Wurf habe ich über die Jahre selbst erarbeitet und entwickelt. Das ist mein Geheimnis.“

Mit dieser Technik gelang dem 38-Jährigen schon öfter der große Wurf. Lukas Huber gehört zu den besten Keglern der Welt und räumte auch bei der Heim-WM in Schwaz bereits wieder ab: Gemeinsam mit Philipp Vsetecka sicherte sich der Niederösterreicher im Paarbewerb die Silbermedaille.

Es sieht so spielerisch einfach aus, wenn Kegelstars wie Lukas Huber einen Volltreffer nach dem anderen fabrizieren und Alle Neune bejubeln dürfen. Doch dahinter steckt viel Disziplin und Detailarbeit auf verschiedensten Ebenen. Lukas Huber muss sich körperlich extrem fit halten, um sich in einem Match mit 120 Wurf ja keine konditionelle Blöße zu geben.

Ein Kopfsport

Dazu kommt die mentale Komponente, denn Kegeln ist natürlich auch ein Kopfsport. „Es geht darum, dass du deinen Wurf immer wieder abrufen kannst. Die Spitzenkegler werden immer die Mitte treffen, aber du sollst ja so treffen, dass alle fallen“, erzählt Huber.

Alles steht und fällt mit dem König in der Mitte, jenem Kegel, der sich am häufigsten ziert. „Der kann manchmal lästig sein.“ Den Bismarck hingegen, den hintersten Kegel in der Reihe, erwischt’s fast immer. „Wenn der stehen bleibt, dann war der Wurf wirklich nicht gut“, sagt Lukas Huber.

Lukas Huber

Lukas Huber

Den mittlerweile neunfachen Weltmeister könnte man mitten in der Nacht aufwecken und ihm würde ein perfekter Wurf gelingen. Die Bewegungen sind durch das jahrelange Training abgespeichert und automatisiert. Mindestens sechs Stunden in der Woche ist Huber an der Bahn und spult sein Programm ab. „Meistens weißt du schon beim Auslassen der Kugel, dass es eine Neun wird. Das spürt man irgendwie.“

Eher ein König

Lukas Huber ist als Kegler – um es in der Kegelsprache zu sagen – ein König und kein Bismarck. Er spielte mehrmals in der Weltauswahl und war in der letzten Saison für den deutschen Meister SKV Rot-Weiß Zerbst im Einsatz. In der Champions League erreichte der Klub aus Sachsen-Anhalt das Finalturnier, beim Mannschaftsweltpokal durfte Huber mit seinem Team den zweiten Platz bejubeln.

„Die Fahrerei ist aufwendig und es gehen auch viele Wochenenden drauf“, erklärt der Niederösterreicher. In der kommenden Saison wird er deshalb für das Team aus Jenbach im Tiroler Unterinntal auflaufen – und hoffentlich eine ruhigere Kugel schieben.

Das Karriereziel

Mit seinen 38 Jahren zählt Lukas Huber schon zur älteren Kegel-Generation, sein immenser Erfahrungsschatz ist in diesem Sport freilich Gold wert. Das wird ihm auch helfen auf dem Weg zu seinem nächsten Karriereziel.

Lukas Huber hat das Kegel-Motto für sich adaptiert. Aus Alle Neune wird für ihn alle Zehn: „Den zehnten WM-Titel möchte ich schon noch holen.“

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