Sport 03.12.2016

Ilka Stuhec auf Mazes Spuren

So sehen Siegerinnen aus: Ilka Stuhec © Bild: AP/Jeff McIntosh

Die Slowenin gewinnt auch die zweite Abfahrt in Lake Louise.

Sie hatte 41.000 gute Gründe, um sich nach ihrem Premierensieg in der ersten Abfahrt von Lake Louise auch für das zweite Rennen im kanadischen Nationalpark in Bestform zu zeigen – und so gewann Ilka Stuhec auch die Abfahrt am Samstag und kassierte erneut 41.000 Euro für den Sieg.

Die Slowenin bekam auf wegen Neuschnees und auffrischenden Windes verkürzter Strecke neue Gesellschaft bei der Siegerehrung: Die Schweizer Gesamtweltcupsiegerin Lara Gut wurde mit elf Hundertstelsekunden Rückstand Zweite, doch dass die aus Rumänien stammende und für Ungarn startende Edit Miklos auf den dritten Rang raste (+0,43 Sekunden, zweiter Podestplatz ihrer Karriere), das zeigte dann doch, dass irgendetwas seltsam war an diesem Tag.

In der Tat: Die Bedingungen wurden immer schwieriger. Stuhec, mit Nummer vier gestartet, war’s einerlei, ihre Probleme lagen anderswo: "Am Freitag habe ich ewig gebraucht, bis ich mich nach dem Erfolg wieder beruhigt hatte." Die 26-Jährige vertraut als einzige im Skizirkus auf eine Servicefrau, und das aus gutem Grund: Darja Crnko ist nämlich auch ihre Trainerin. Und Darja Crnko ist ihre Mutter.

Das Wachseln liegt in der Familie, denn schon Stuhecs Großvater brachte seiner (seit Langem geschiedenen) Tochter den Umgang mit Wachs, Feilen und Klingen bei. Und als die dreifache Juniorenweltmeisterin (2007 Slalom und Kombi, 2008 Abfahrt) Ilka nach insgesamt fünf Operationen am rechten Knie 2009 aus dem Kader des slowenischen Skiverbandes geflogen war, da bauten Mutter und Tochter ihr eigenes kleines Team auf.

Nicht nur die Idee, es auf eigene Faust zu versuchen, erinnert an die Geschichte von Tina Mazes "Team to Amaze" – seit dem Sommer fährt Ilka Stuhec auch auf jenen Schweizer Stöckli-Skiern, die ihre Landsfrau im Winter 2012/’13 zum Gesamtweltcupsieg mit Punkterekord getragen hatten.

Ratlos

Wie am Freitag hatten die Österreicherinnen wieder wenig zu bestellen, Beste war Mirjam Puchner auf Rang 6. Ramona Siebenhofer brachte nach 22 Sekunden ein Fahrfehler vom rechten Weg ab, Cornelia Hütter schaffte es zwar ins Ziel, bezog aber eine "g’scheite Watsch’n" (Hütter) mit 2,66 Sekunden Rückstand (Platz 32). "Das ist extrem bitter, mir steht’s grad bis do...", sagte die im vergangenen Winter beste ÖSV-Speed-Dame.

Am Sonntag beenden die Ski-Damen ihre Kanada-Dienstreise mit einem Super-G (19.00 Uhr MEZ/live ORF eins), danach geht es zurück nach Europa. Am kommenden Wochenende wird dann in Sestriere (ITA) Riesenslalom und Slalom gefahren.

( kurier.at ) Erstellt am 03.12.2016