Heuer will Stangl wirklich auf den K2

Das legendäre Gipfelfoto von Stangl entstand doch nicht am Gipfel des K2, wie man heute weiß.
Foto: apa

Im Vorjahr musste der Skyrunner zugeben, sich den Gipfelsieg nur "eingebildet" zu haben.

Vor einem Jahr hatte sich der steirische "Skyrunner" Christian Stangl als Bezwinger des K2 feiern lassen - um kurz nach seiner Rückkehr zugeben zu müssen, sich den Gipfelsturm "eingebildet" zu haben.

Jetzt will er es noch einmal wissen und seinen Fehler gutmachen. Auf Stangls Homepage heißt es, dass er am 3. Juli vom Flughafen Wien aufgebrochen ist, um über Islamabad zum Basislager des K2 zu reisen. "Sein Ziel ist, den Gipfel des K2 in den nächsten Wochen zu erreichen und zuätzlich (sic) mit einer 360-Grad-Videoaufzeichnung zu dokumentieren", ist auf skyrunning.at zu lesen.

Wiedergutmachung

"Er will das gutmachen, was er im vorigen Jahr verbrochen hat", erklärt sein Medienmann Willi Pichler. Den vierten Sommer in Folge und nach insgesamt sieben Versuchen - den achten habe er 2010 ja schlussendlich nur "vorgegaukelt" - wolle Stangl auf dem Gipfel auf 8.611 Metern stehen "und diesmal das Kapitel endlich abschließen".

Vorerst wird er dabei von einem durch seinen Hauptsponsor gestellten Kameramann begleitet. "Auf den Berg selbst wird der ihn aber nicht begleiten können. Es gibt nur ganz wenige Kameramänner, die das können", schränkte Pichler ein. Den Aufstieg selbst werde der Steirer selbst so umfassend wie möglich dokumentieren.

Vom Teufel geritten

Physisch habe sich Stangl nicht anders vorbereitet als bei den anderen Versuchen. "Psychisch hat er sich stabilisieren müssen, nachdem ihn vor einem Jahr der Teufel geritten hat", sagte Willi Pichler.

"Ich habe mir Bilder aufgebaut, wo ich mich selbst bereits am Ziel gesehen habe", hatte Stangl damals zugegeben, nachdem klar geworden war, das sein "Gipfelfoto" eben nicht am höchsten Punkt des zweithöchsten Berges entstanden sein konnte. Stangl hatte von Existenz-und Versagensängsten gesprochen.

Klimatisiert ist der Extremsportler bereits, hat er doch laut seiner Homepage am 20. Mai den Kangchendzönga (engl.: Kangchenjunga) erklommen, den mit 8.586 Metern dritthöchsten Berg der Erde zwischen Nepal und Indien. Das Zeitfenster für den K2 läuft bis 15. August, dann wird das Unterfangen wegen vieler Steinschläge zu gefährlich und die Erlaubnis verfällt.

Offenbar plant Stangl diesmal einen "leisen" Aufstieg: Er ist nicht über Satellitentelefon für die Medien erreichbar und "will sich auf sich konzentrieren", so Pichler.

Auch mit Karl Gabl, dem Innsbrucker ZAMG-Experten und "Wettermann" vieler Alpinisten, ist er bisher nicht in Verbindung. "Er hat mich nicht kontaktiert. Vielleicht schämt er sich. Ich habe ihm aber nie etwas vorgeworfen, weil ich den Druck verstanden habe, unter dem er im Vorjahr gestanden ist. Soweit ich weiß, hat er diesmal sogar eine Videokamera mit", sagte Gabl.

(KURIER.at / jos) Erstellt am
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