Golf-Märchen: Sternstunde für Watson

dapdCharl Schwartzel, right, of South Africa, helps Bubba Watson put on the green jacket after winning the Masters golf tournament following a sudden death playoff on the 10th hole Sunday, April 8, 2012, in Augusta, Ga. (Foto:David J. Phillip/AP/dapd)
Foto: dapd Tradition verpflichtet: Schwartzel hilft Watson in das Green Jacket.

Gerry Lester Watson, genannt Bubba, siegte dank eines Zauber-Schlags am zweiten Extra-Loch beim US Masters in Augusta.

Ihn mit Happy Gilmore zu vergleichen, greift dann doch ein wenig zu kurz. Sie kennen den Film sicher: Ein abgehalfterter Eishockey-Crack entdeckt durch Zufall, dass er die (illusorische) Fähigkeit besitzt, einen Golfball 400 Meter weit zu schlagen. Er sattelt um auf Golfer und gewinnt Turnier um Turnier.

Auch Bubba Watson hat nie eine Golf-Stunde genommen. Es heißt, dass sich der 33-Jährige aus Bagdad (nein, er ist ein Amerikaner aus Florida) alles selbst beigebracht hat, auch und vor allem seinen eigentümlichen Selfmade-Schwung, der in keinem Lehrbuch zu finden ist. Gut, ein paar Tipps wird ihm der Papa schon gegeben haben. Für Golfpuristen ist vor allem Bubbas Beinarbeit bei den langen Schlägen bestenfalls unorthodox. Dennoch gewann der Linkshänder auf der PGA-Tour 2010 und 2011 drei Turniere. Im August 2010 schaffte er es bei der US PGA Championship ins Stechen, das er gegen den Deutschen Kaymer verlor. Watson ist ein Longhitter. Mit einer durchschnittlichen Drive-Länge von 286 Metern ist er die Nummer 1 auf der US-Tour.

Der Kunstschuss

Watsons Devise lautet: "Ich will immer den unglaublichen Schlag zeigen. Wer mag das nicht? Deshalb spielt man ja Golf." Ein solcher unglaublicher Schlag verhalf ihm am Sonntag zum größten Erfolg. Am zweiten Loch des Stechens gegen den Südafrikaner Louis Oosthuizen hatte er den Abschlag weit nach rechts verzogen. Der Ball landete in den Pinien. Der direkte Weg zum Green war versperrt. Watson machte eine kleine Lücke zwischen den Bäumen aus, ließ den Ball mit einem kräftigen Schlag nach links durch die Lücke wegzischen und dann mit einem wundersamen Haken nach rechts drehen. Der Ball kam unter dem tosenden Applaus der 40.000 Fans vier Meter vor dem Loch zum Liegen. Zwei Putts, Par schlägt Bogey – Jubel, Tränen, Heiterkeit. "In meinen Träumen bin ich nie so weit gegangen", sagte der Triumphator.

Hätte Oosthuizen gesiegt, würde man lang und breit von dessen Wunderschlag schreiben. Dem 29-Jährigen glückte am 2. Loch ein "Albatros": An diesem 525 Meter langen Par 5 beförderte er den Ball aus rund 230 Metern mit dem zweiten Schlag ins Loch.

Tiger Woods (40.) war bei dem mit acht Millionen Dollar dotierten Turnier in Augusta ebenso chancenlos wie der Weltranglisten-Erste Luke Donald (32.) und Titelverteidiger Charl Schwartzel (50.). Der entthronte Vorjahressieger half der Tradition entsprechend seinem Nachfolger in das Green Jacket.

(kurier) Erstellt am
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