"Der Teambewerb gewinnt immer mehr Bedeutung, das ist cool."

© APA/HELMUT FOHRINGER

Hintergrund
02/12/2013

Gold soll Kirchgasser beflügeln

Nach dem Sieg im Team steht für die Salzburgerin die RTL-Qualifikation auf dem Programm.

Ihr drittes Edelmetall, das dritte mit der Mannschaft. Wenn es um den Teambewerb geht, ist Michaela Kirchgasser aus dem rot-weiß-roten alpinen Ski-Aufgebot nicht mehr wegzudenken. Die Salzburgerin holte nach dem Titel 2007 in Aare und Silber 2011 in Garmisch-Partenkirchen am Dienstagabend in Schladming ihr zweites WM-Gold. Am Mittwoch muss sie in die teaminterne Riesentorlauf-Quali, die Hoffnung auf noch zwei weitere Rennen auf der Planai lebt. Im Slalom ist sie Fixstarterin.

Kirchgasser findet schon lange großen Gefallen an den Parallel-Events und dem Kampf Frau gegen Frau, im Weltcup war sie in dieser Saison im "Einzel" Dritte in München und Fünfte in Moskau. "Ich mag das hier wirklich sehr gerne, ich liebe auch die City-Events. Von mir aus könnte es das alles viel öfter geben", sagte die 27-Jährige, die nach Platz vier in der Super-Kombination bittere Tränen geweint, das Lächeln aber schnell wiedergefunden hat.

"Im Teambewerb haben auch vermeintlich kleinere Nationen ihre Chancen, weit zu kommen. Das ist für niemanden laut Papier eine ausgemachte Sache, wer da Gold, Silber und Bronze holt. Der Teambewerb gewinnt immer mehr Bedeutung, das ist cool. Es ist eine Goldmedaille, die zählt. Es wäre schön, wenn sie im alpinen Skilauf auch diese Wertigkeit bekommen würde wie im Nordischen Skisport oder im Biathlon", wünscht sich Kirchgasser.

"Das hat sich geil angefühlt"

Im Kreis der Mannschaft fühlt sich Kirchgasser gut aufgehoben. "Es ist ganz was anderes, wenn man als Team oben steht. Sicher hat man Druck, aber wenn man einen Lauf verhaut, ist da die Chance, dass einen ein anderer wieder rauszieht. Das ist das Tolle beim Teambewerb, dass du nicht allein bist und dich gemeinsam freuen kannst", meinte Kirchgasser.

Die Filzmooserin gewann am Dienstagabend alle ihre Duelle, besonders angetan war sie vom 4:0 von Österreich gegen Deutschland im Halbfinale: "Das hat sich sehr geil angefühlt", meinte die Technik-Spezialistin, die im Finale gegen Schweden auf 3:0 stellte und den Sieg vorzeitig sichergestellt hatte. "Das war schön, aber wir haben als Team gewonnen. Wir haben es uns verdient, dass nach der ersten Woche das Glück zu uns zurückgekehrt ist."

Die Fahrt zum Start mit dem Lift wurde zum "fünfminütigen Dauerwinken" für Kirchgasser, die die Stimmung aufsog: "Das war ein Wahnsinn, ich hatte die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht. Das baut so auf, man will es dann nur noch zeigen. Es gibt nichts Schöneres, als in dieses Zielstadion reinzufahren, weil man lautstark und herzlich empfangen wird. Da kann man sich nur auf die nächsten Rennen freuen."

Doch zuerst wartet Mittwoch auf der Reiteralm mit der Riesentorlauf-Ausscheidung das Rennen vor dem Rennen. "Wenn ich so fahre wie im Training, dann dürfte es kein Problem sein", war sie zuversichtlich. Der Riesentorlauf ist bei der WM für Donnerstag angesetzt, der Slalom folgt am Samstag.