Sport 05.12.2011

Gelassenheit bei den Beachvolleyballern

Nik Berger, Österreichs "Mister Beachvolleyball", sieht trotz des schlechten Abschneidens in Klagenfurt keine Krise.

Klagenfurt, Samstag, 9 Uhr. Der Sandmann hat den 18.000 Augen am Centre-Court zugesetzt.

Obwohl zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 am Samstag keine Österreicher mehr im Einsatz sind und für die meisten Fans der Morgen viel zu schnell angebrochen ist, ist das Stadion im Strandbad Klagenfurt zum Bersten gefüllt. Abgesehen vom neunten Platz von Doris und Stefanie Schwaiger war das Abschneiden der Österreicher eher enttäuschend.

Lagebesprechung

Nik Berger ist seit 1997 (bis 2005 als Spieler) immer in Klagenfurt. Als Manager von Clemens Doppler und Matthias Mellitzer spricht er über die derzeitig schwierige Situation. Nach dem Ausscheiden auf dem für die Olympia-Qualifikation wenig hilfreichen 17. Platz gab es Samstagvormittag eine Lagebesprechung im Team mit Trainer Marco Solustri. "Thema war ein Resümee der letzten Wochen und die Planung der restlichen Saison", sagt Berger.

Das Problem von Doppler/Mellitzer seien die fehlende Konstanz und die Aussetzer im technischen Bereich. "Nach drei Jahren hat das Team sicher zu wenige Siege", kritisiert der zweifache Olympia-Teilnehmer. Eine vorzeitige Trennung stehe aber nicht im Raum. Es sei schlecht gewesen, dass dieses Thema auch von den Spielern selbst vor Klagenfurt angesprochen wurde. "Diese Saison wird auf jeden Fall fertig gespielt. Erst danach werden wir entscheiden, wie es weitergeht."

Sicher sei auch, dass Doppler/Mellitzer und Alexander Horst/Daniel Müllner in der gleichen Besetzung beim Continental-Cup antreten werden, bei dem die nicht für Olympia qualifizierten Nationen noch ein Ticket für London erspielen können. Die Hoffnung hat Berger jedenfalls nicht aufgegeben: "Wir brauchen bei zwei großen Turnieren zwei fünfte Plätze. Dann sind wir wieder voll dabei."

Ausrutscher

Der 37-Jährige will wegen des frühen Ausscheidens auch nicht von einer Krise der österreichischen Beachvolleyballer reden. "Das ist völlig egal, wenn am Samstag in Klagenfurt niemand mehr dabei ist. Das Niveau ist so hoch, dass man schon einmal ausrutschen kann."

Auch, dass vergleichbare Nationen wie Norwegen, die Schweiz oder die Niederlande bei Großereignissen mehr gewonnen haben, sei kein Anlass zur Sorge: "Da spielen die Alten, bis sie 40 sind, und da kommt nicht so viel nach. Bei uns tut sich einiges im Nachwuchs. Mit Daniel Müllner gibt es ein großes Talent, dem man Zeit geben muss." Müllner spielt mit Alex Horst, in Klagenfurt scheiterten sie in der Vorrunde.

Noch ist die Saison für die Österreicher nicht gelaufen. Von Klagenfurt geht es direkt nach Kristiansand, wo nächste Woche die EM gespielt wird. Doppler/Mellitzer bekamen als Vize-Europameister eine Wild-Card.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011