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Sport Fußball
08/09/2019

Zwischen Geduld und Druck bei Rapid

Christopher Dibon schafft eine seltene Serie. Koya Kitagawa dürfte gegen Altach spielen, tut es aber nicht

von Alexander Huber

Vier Spiele in Folge ohne Pause – klingt für einen Profi-Fußballer nach nicht so viel. Für Christopher Dibon ist es außergewöhnlich: Der Abwehrchef von Rapid steht gegen Altach (17 Uhr) nicht nur vor seinem 150. Einsatz in Grün, sondern auch vor seiner vierten Partie ohne Unterbrechung. Das hat der in der Vergangenheit so oft verletzte 28-Jährige zuletzt im Frühjahr 2017 geschafft. Vor mehr als zwei Jahren.

„Ich fühle mich sehr gut“, betont Dibon. Da der Vizekapitän und interne Lautsprecher überzeugt ist, dass die Hüft-OP der Schlüssel zu einer langen Karriere ohne andauernde Schmerzen war, kündigt er an: „Ich will der beste Christopher Dibon werden, der Rapid zur Verfügung stehen kann.“ Wieder zur Verfügung stehen auch die zuletzt rekonvaleszenten Richard Strebinger als Nr. 1 und Thorsten Schick am Flügel.

Wartezeit

Spielen dürfte auch Koya Kitagawa. Sportdirektor Zoran Barisic verkündete zufrieden, dass sowohl die Arbeitserlaubnis als auch die Spielgenehmigung für den ersten Japaner in Hütteldorf eingetroffen sind. Doch Trainer Didi Kühbauer betont: „Als Fußballer ist Koya sehr gut, das sehen wir schon. Aber wir müssen ihm Zeit geben, wir brauchen Geduld. Die Verständigung ist schwierig, und er ist in einer völlig neuen Welt gelandet. Er ist noch kein Thema gegen Altach.“

Deutsch-Unterricht

Derzeit lernt Kitagawa Ziffern und Wochentage auf Deutsch, weil der 23-Jährige selbstständig den Trainingsplan im Überblick haben will.

Eine Schlüsselfigur für eine glückliche Zukunft mit dem Teamstürmer wird der Dolmetscher sein. „Das muss eine loyale Vertrauensperson sein. Wir sprechen noch mit mehreren Kandidaten“, sagt Barisic. Angeboten wurde auch der Dolmetscher von Japan-Star Shinji Kagawa aus Dortmunder Zeiten. So wie bei den Legionären gibt es auch bei ihren persönlichen Betreuern unterschiedliche Preis- und Leistungsklassen.

Neutraler Sponsor

Fix geplant werden kann mit den Millionen von Wien Energie. Nach 16 Jahren als Hauptsponsor wurde der Vertrag erstmals um gleich drei Jahre verlängert. Bis Sommer 2022 soll Rapid insgesamt mehr als neun Millionen Euro kassieren.

Geschäftsführer Michael Strebl betont, dass im Präsidentschaftswahlkampf auf Neutralität gesetzt wird: „Wien Energie hat das bei Rapid nie gemacht und wird sich auch nicht in Personaldebatten einmischen.“ Am Rande der Altach-Partie wird im VIP-Klub und den Logen jedenfalls Wahlwerbung betrieben werden.

Blick nach vorne

Auf dem Rasen fordert Kühbauer klar „drei Punkte“. Für den ersten Sieg müsse die „Präzision im letzten Drittel verbessert werden“.

Der Chefcoach will den nach dem Fehlstart gestiegenen Druck am liebsten ausblenden, betont aber selbst: „Nach Altach wird unsere Auslosung nicht leichter.“ Es warten nämlich Sturm, LASK und die Austria.