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29.03.2018

Zwei gute Tests vor Franco Fodas Reifeprüfungen

Der Start ins Länderspiel-Jahr ist geglückt, nun folgen mit Deutschland und Brasilien andere Kaliber

Die ersten zwei von insgesamt elf Länderspielen im Jahr 2018 sind mit Bravour und zwei Siegen absolviert worden. Allmählich macht sich unter Teamchef Franco Foda eine Aufbruchstimmung breit, von einer Euphorie zu sprechen, wäre doch verfrüht. Das Team setzte erste Ausrufezeichen, dennoch bleiben für die Zukunft ein paar Fragezeichen.

Ausrufezeichen

Erfüllte Vorgaben
Schon im Vorfeld der zwei Matches hatte Foda von der Möglichkeit zum Experimentieren gesprochen. Das Plansoll erfüllte man, da die taktischen Varianten durchaus gegriffen haben, der Teamchef auch personell variieren konnte und nicht enttäuscht wurde. „Die Spieler haben ihre Einberufung gerechtfertigt.“

Variantenreich
Wirklich neu war nur das 3-4-3, das man gegen Slowenien testete und für gut befand. Gegen Luxemburg agierte man zunächst in einem von Marcel Koller wohl bekannten 4-2-3-1, wechselte aber noch in der ersten Hälfte auf ein 4-4-2. Foda predigt die Flexibilität, ließ den Worten nun auch Taten folgen.

Traumstart
Drei Siege in den ersten drei Länderspielen. Die 100-prozentige Quote hatte zuletzt Erich Hof im Herbst 1982 vorzuweisen. Foda relativiert: „Für mich persönlich ist das nur ein Nebengeräusch.“ Dennoch hätte der Start holprig sein können. „Wir haben im November in Marbella eine gute Basis gelegt.“

Effektiv
Sieben Tore erzielt und keines erhalten. Österreich war effektiv.

Konkurrenz
Der Teamchef hat aktuell die Qual der Wahl. Sämtliche Spieler betonen bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Qualität, die im Kader steckt. Marko Arnautovic: „Die Neuen, die erstmals dabei waren, haben einen guten Eindruck hinterlassen. Das hebt das Niveau.“ Foda hat auf jeder Position aktuell zumindest einen Spieler in der Hinterhand.

Harmonie
Florian Grillitsch bilanzierte auch in diesem Punkt positiv. „Wir haben uns gefunden und verstehen uns untereinander gut.“ Das merkte man gestern am Flughafen, als Lazaro, Hinteregger, Bauer, Gregoritsch und Kainz auf ihre Flüge zu ihren Vereinen bei einem gemeinsamen Kaffee warteten.

Auftreten
Arnautovic war zufrieden, „weil wir beide Spiele dominiert haben.“ Auch Baumgartlinger wiederholte: „Unser Anspruch muss sein, Dominanz im Spiel zu erzeugen.“

Fragezeichen

Wie besteht man gegen starke Gegner?
Bei allem Respekt vor Slowenien und Luxemburg, die großen Kaliber stellen sich Österreich erst im Mai und Juni in den Weg. Deutschland und Brasilien wird man nicht nach Belieben dominieren können, eher muss man sich dann auch nach dem Gegner richten.

Wie geht es weiter?
Foda gibt jetzt schon die Richtung vor: „Wir müssen dort anschließen, wo wir jetzt aufgehört haben. Im Mai interessiert niemanden mehr, was im März einmal war.“ Aufs Neue muss man sich beweisen nach dem Ende einer langen Saison.

Was passiert bei Niederlagen?
Wie ist es um die Harmonie im Falle von Niederlagen und Stagnation bestellt? Bisher hatte die Mannschaft unter Foda jedenfalls noch keine Krisensituation durchleben müssen.