Sport | Fußball
16.12.2011

Wunschspieler gastiert in Hütteldorf

Zum Abschluss des Fußball-Jahres spielt Christopher Dibon mit der Admira im Hanappi-Stadion vor.

Als Kind besuchte Christopher Dibon gerne die Trainings der Bundesliga-Klubs. In Hütteldorf durfte er sich einmal über ein Souvenir freuen: ein Foto mit Rapid-Spieler Dietmar Kühbauer. "Das Foto habe ich noch zu Hause. Mein heutiger Trainer hat schon als Rapid-Spieler Leidenschaft pur verkörpert", erzählt der Admira-Kapitän, der mit dem Aufsteiger am Samstag zum Jahresabschluss im Hanappi-Stadion gastiert.

Es könnte das letzte Mal sein, dass Christopher Dibon in die Gästekabine marschiert. Rapid-Trainer Peter Schöttel ist seit Jahren vom 21-jährigen Innenverteidiger angetan, und Sportmanager Stefan Ebner erklärt: "Dibon ist ein sehr interessanter Spieler, um den wir uns bemühen. Da sein Vertrag im Sommer ausläuft, ist aber die halbe Liga hinter ihm her."

Dibon selbst will sich erst in der Winterpause mit einem möglichen Transfer beschäftigen: "Zuletzt ist uns ein bisschen die Kraft ausgegangen, aber wir sind noch voll auf das Rapid-Spiel konzentriert. In der Pause werde ich mir über meine Zukunft Gedanken machen."

Treue Seele

Dank der hohen Nachfrage ist der einfache Teamspieler beim ersten großen Vertragsabschluss in einer komfortablen Position: "Das Interesse der Klubs ist für mich eine Bestätigung meiner Leistung." Auch die Admira macht sich noch leise Hoffnungen, dass das Aushängeschild erneut Vereinstreue beweist und verlängert. Als 15-Jähriger schlug er Probetrainings bei niederländischen Klubs aus. Ein Wechsel ins Ausland ist auch derzeit kein Thema: "Mein Ziel ist es, mir über ein paar Jahre in Österreich einen Namen zu machen." Viele Admiraner aus seinem Jahrgang habe er ins Ausland gehen sehen, "die meisten waren bald wieder da."

Daher nahm er 2007 auch den schweren Gang in die Regionalliga in Kauf. "Damals habe ich zu überlegen begonnen, ob das noch das Richtige ist", erinnert sich Dibon, "jetzt kann ich leicht sagen, dass alles aufgegangen ist." Als Lohn für sein loyales Verhalten bekam er in jungen Jahren eine Führungsrolle. Der Abwehrchef teilt gleichermaßen den 33-jährigen Ex-Internationalen Plassnegger ein wie den 20-jährigen Debütanten Auer. Seitdem ihm Kühbauer beim Amtsantritt im April 2010 die Kapitänsschleife gab, vertritt Dibon die Mannschaft auch abseits des Spielfelds: "Kühbauer hat meine Entwicklung extrem beschleunigt."

Seine Zweikampf-Statistik ist auffällig unauffällig: In 121 Profi-Spielen wurde er lediglich elf Mal verwarnt. "Die Rote gegen Mattersburg im Sommer war die erste in meinem Leben."

Kandidat Reifeltshammer

Diese Werte wurden freilich nicht nur bei Rapid erkannt. Da auch die Austria das Werben um Dibon gestartet hat und mit der Kraft der Investorengruppe "Rising Stars" zuletzt mehrmals das Rennen gemacht hat, schaut sich Rapid um Alternativen um. "Wenn es zu teuer wird, bieten wir nicht mit", stellt Schöttel klar. Laut KURIER-Informationen wird bereits mit Ried wegen Thomas Reifeltshammer, 23, verhandelt.

Schöttel lobt: "Reifeltshammer ist sehr gut, sehr interessant und ein wesentlicher Erfolgsfaktor in Ried." Allerdings wäre für den souveränen Glasner-Nachfolger wegen der Vertragslaufzeit bis 2014 eine saftige Ablöse fällig.




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