Patrick Pentz und das Leben als Zweier-Goalie bei der WM
Patrick Pentz
Er spielte bei der Euro 2024 als Österreichs Nummer 1, weil sich Alexander Schlager verletzt und das Turnier verpasst hatte. Nun sind bei der WM die Rollen getauscht, Patrick Pentz trainiert, hält sich fit, ist bereit – und schaut als Nummer 2 zu.
Die Entscheidung von Teamchef Ralf Rangnick akzeptiert er, sorgt nicht für negative Stimmung. „Natürlich willst du spielen. Aber es macht doch keinen Sinn, wenn ich für negative Vibes sorge.“ Als Beispiel nennt er die Deutschen und die Rückkehr von Goalie Manuel Neuer. „Da sieht man, wie kontraproduktiv das sein kann, wenn plötzlich knapp vor der WM Diskussionen losgehen.“
Selbstverständlich hofft der Legionär von Bröndby Kopenhagen auf WM-Minuten – allerdings ohne dass sich Schlager dafür verletzen müsste. „Und wenn es nicht so ist, dann gibt es in vier Jahren die nächste Gelegenheit. So alt bin ich noch nicht“, lacht der 29-Jährige und verweist abermals auf Neuer, der mit 40 Jahren noch auf höchstem Niveau den Bällen hinterher hechtet.
Sonniges Gemüt
Mit seinem sonnigen Gemüt passt Pentz ganz gut nach Kalifornien. „Das haben mir im Team schon einige gesagt in den letzten Wochen.“ Dabei ist er zum ersten Mal an der West Coast und saugt alle Eindrücke genießerisch auf. „In zwei Wochen hier habe ich mehr Sonnenstunden als im letzten Jahr in Kopenhagen. Ich werde sicherlich wieder einmal herkommen.“ Als Tourist oder als Torhüter? Pentz lacht. „Wer weiß, aber der Schritt hierher wäre vielleicht noch etwas zu früh.“ Noch hat er Ziele in Europa, seine Zeit in Kopenhagen dürfte sich dem Ende zuneigen.
Pentz hinter Schlager
Nach drei Jahren könnte Pentz, der gerne über den Tellerrand blickt, etwas Neues in Angriff nehmen, sofern sich etwas ergibt. „Ich bin einfach offen. Es kann sich im Fußball jeden Sommer irgendetwas tun. Ich mag es, ein neues Land, eine neue Kultur zu sehen, vielleicht eine neue Sprache zu lernen.“ Spanisch zum Beispiel? „Das wäre natürlich großartig, wobei es für einen ausländischen Torhüter in der spanischen Liga schwer ist unterzukommen.“
Auch eine Rückkehr nach Frankreich – Pentz spielte schon in Reims – ist für ihn nicht ausgeschlossen. Fix ist jedoch, dass er sich nach all seinen Erfahrungen künftig ein wenig anders verhalten möchte. „Auf persönlicher Ebene habe ich Benehmensfehler begangen.“ Klingt spannend. „Mehr die Ellenbogen aufstellen, frecher, ab und zu positiv arrogant sein. Ganz nach dem Motto: Wer nicht frisst, wird gefressen.“
Solider Golfer
Bis dato galt sein Fokus dem Nationalteam und der WM. Frei nach James Bond: Sag niemals nie. Doch auch wenn die Fangkünste von Patrick Pentz im Turnier nicht mehr gebraucht werden, hat er zumindest sein Handicap beim Golf verbessert. „Es tut gut zur Ablenkung und macht Spaß, mit den Kollegen zu spielen und sich Wettkämpfe zu liefern. Mittlerweile kann ich behaupten, ein solider Golfer zu sein.“
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