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Sport Fußball

WM in Katar boykottieren? Amnesty International ist dagegen

Die Menschenrechtsorganisation wolle lieber die internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen.

09/14/2021, 06:38 AM

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht sich gegen einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar aus. Die Organisation verweist aber weiter auf die großen MissstĂ€nde in dem Emirat. „Wir wollen die internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen. Es kommt nun darauf an, dass die Reformen auch ĂŒber die Weltmeisterschaft hinaus langfristig zu Verbesserungen fĂŒhren“, sagte Amnesty-Expertin Lisa Salza den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Der WM-Gastgeber steht seit Jahren wegen der Arbeitsbedingungen fĂŒr auslĂ€ndischen Arbeiter in der Kritik. Nach wie vor sei die Rechtslage prekĂ€r, sagte Salza. „Ein großes Problem ist, dass ausbeuterische Arbeitgeber von der Regierung nicht sanktioniert werden.“ Die Regierung Katars hatte die Kritik immer wieder zurĂŒckgewiesen und auf Reformen und VerĂ€nderungen verwiesen.

Der deutsche Ex-Nationalspieler Toni Kroos hofft darauf, dass die internationale Aufmerksamkeit nach dem Turnier (21. November bis 18. Dezember 2022) nicht nachlasse. „Fakt ist: Das Turnier wird stattfinden. Die Frage ist, wie man damit umgehen will. Ich finde, man sollte versuchen, dem Turnier die grĂ¶ĂŸtmögliche BĂŒhne zu geben, um auf die MissstĂ€nde im Land hinzuweisen“, sagte Kroos dem Portal „t-online.de“. „Aber bitte nicht nur vor und wĂ€hrend des Turniers, sondern auch danach.“

Es dĂŒrfe nicht passieren, „dass vor dem Turnier und bis zum Tag des WM-Finals ĂŒber die Probleme in Katar gesprochen wird und danach wieder Ruhe herrscht“, sagte Kroos. „Das mediale Interesse an Katar darf nicht wegfallen, wenn die Fußballer wieder abziehen. Das ist wichtig.“

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