"Wir wollen das beste Ligaformat für Wien"
Von Fabio Tartarotti
Vor mehr als 100 Jahren wurde der Wiener Fußball-Verband (WFV), der sich historisch aus dem Engagement britischer Gastarbeiter für den Wiener Fußball entwickelt hat, 1923 als eigenständige Organisation gegründet. Über die Jahrzehnte überdauerte der Verband Hürden wie die Abspaltung des heutigen ÖFB und die Zwangsauflösung nach dem Anschluss an das deutsche Reich.
Heute stellt der WFV den Spielbetrieb für mehr als 23.500 Spielerinnen und Spieler aus 213 Vereinen, davon knapp 15.000 aus dem Nachwuchsbereich. In all diesen Kategorien konnte der WFV über das letzte Jahr einen Zuwachs verzeichnen. Die gegenwärtigen Herausforderungen gestalten sich zwar anders als im vergangenen Jahrhundert, dennoch fordert der Wandel der Zeit den Verband. Im KURIER-Gespräch sprach Präsidiumsmitglied und Öffentlichkeitssprecher Johannes Dobretsberger über ...
... Herausforderungen
Um reinzuhören was die Vereine beschäftigt und herauszufinden, wo wir noch besser unterstützen können, haben wir eine interne Umfrage gestartet, die alle zwei Jahre durchgeführt werden soll. Wir wollen uns damit messbar machen und uns stetig verbessern. Der Grundtenor war im ersten Durchgang ein durchaus positiver, so auch, was die Nachwuchsarbeit betrifft. Kritisch betrachtet wurde von den Vereinen unter anderem das Fehlen ausreichender Trainerkurse, sowie ungleiche Spielstärken in den Ligen. Dadurch, dass viele größere Vereine 1B-Mannschaften haben, die auf mehr und bessere Ressourcen zugreifen können als konkurrierende Lokalmannschaften, wird das Spielniveau in den unteren Klassen oftmals verzerrt.
... Lösungsstrategien
Spielbetriebstechnisch wollen wir gemeinsam mit den Vereinen das beste Ligaformat für Wien finden. Es soll eine Struktur mit klarer Durchgängigkeit was Auf- und Abstieg betrifft und einem einfachem Einstieg für neue Vereine geben. Für die 1B-Mannschaften wollen wir eine eigene Meisterschaft ausgliedern, damit sie sich untereinander messen können. Somit hätten sie eine größere Challenge und würden kleinere Vereine nicht mehr ausbremsen. Wir wollen außerdem unsere Lehrgänge und Fördertrainings über das aktuelle Akademiesystem hinweg ausweiten und eine Struktur schaffen in der Bildung und sportlicher Werdegang Hand in Hand gehen können.
... Zukunftsvisionen
Als übergeordnetes Ziel sehen wir: mehr Sport – weniger Krankenbetten. Je mehr gesunde, sportliche, junge Menschen es heute gibt, desto mehr gesunde alte Menschen wird es morgen geben. Wir wollen dahin gehend als Verein Verantwortung übernehmen und es jungen Burschen und Mädchen so einfach und unbürokratisch wie möglich gestalten, bei uns mit dem Fußball anzufangen.
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