Sport | Fußball
05.12.2011

Westderby im Zeichen der Football-WM

Im Prestige-Duell Innsbruck - Salzburg wartet auf die Spieler ein beleidigter Rasen. Ein Andenken der Football-WM.

Hans Rinner hatte keine Augen für die Cheerleader in ihren kessen Miniröcken. Auch die Touchdowns berührten ihn nicht, und wenn die Massen tobten, weil die Schwergewichte wieder einmal alles und jeden über den Haufen warfen, dann wurde ihm regelrecht angst und bange.

"Während der Footballspiele hab' ich immer nur auf den Boden geschaut", erinnert sich der Greenkeeper des Tivolistadions. Jedes Tackling der Footballer bereitete ihm seelische Schmerzen, jede einzelne Grasnarbe hinterließ bei ihm Spuren. "Wie sollen wir das wieder hinkriegen", fragte sich Rinner.

Fünf Tonnen

Sechs Partien der kürzlich zu Ende gegangenen American-Football-WM gingen im Tivolistadion über die Bühne. Die Grashalme konnten einem leid tun - eine einzige Football-Mannschaft bringt ungefähr fünf Tonnen auf die Waage. "Der Rasen sieht ziemlich zerpflückt aus", meint denn auch Hans Rinner, der seit zwei Wochen alles unternimmt, um rechtzeitig zum Derby gegen Salzburg wieder Gras über die Sache wachsen zu lassen.

Mit 30 Tonnen Quarzsand wurden die Löcher aufgefüllt, der Rasen wurde gebürstet und gedüngt, frisch eingesät und täglich geschnitten. Die Spuren, der Footballer sind zwar immer noch unübersehbar, es gibt etliche kahle, sandige Flecken, "aber es schaut besser aus, als wir befürchtet haben", weiß Rinner.

Lob

Walter Kogler hört das gerne. Der Trainer der Innsbrucker ist kein Freund des holprigen Geläufs, er schätzt die Spielkultur und plant deshalb auch gegen den Favoriten aus Salzburg nicht destruktiv und defensiv aufzutreten. "Wir wollen unseren Stil durchziehen, egal, gegen wen", sagt Kogler.

Mit dieser Devise siegten die Innsbrucker auch im Frühjahr in Salzburg - die letzte Niederlage in der Ära Moniz, für die Kogler nur lobende Worte findet. "Die sind kompakter als in den letzten Jahren. Im Gegensatz zu früher hat man jetzt nicht mehr den Eindruck, dass elf Einzelkämpfer am Platz stehen."

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