Sport | Fußball
24.04.2018

Warum Rapid den Vertrag mit Trainer Djuricin verlängern wird

Neben den jüngsten Auftritten machen auch die Spieler Werbung für den Chefcoach. Am Mittwoch werden Details verhandelt.

Vor zehn Jahren hat Rapid zum letzten Mal den Titel gewonnen. Vorentscheidend war der Sprung an die Tabellenspitze mit dem legendären 7:0 in Salzburg in Runde 31.

Dass auch damals nicht alles golden war, was heute glänzt, zeigt ein Blick auf die Punkteanzahl: 54. Zehn Jahre später haben die Hütteldorfer nach Runde 31 einen Punkt mehr, also 55 – und trotzdem keine Chance auf den Meistertitel.

Was ist also von der aktuellen Rapid-Saison zu halten? Die Entscheidungsträger haben sich mit der Einschätzung lange schwergetan und damit auch die Zukunft von Trainer Goran Djuricin offen gelassen.

Fredy Bickel will bis spätestens Ende April Klarheit. Das Argument des Sportdirektors: Der Chefcoach soll den anstehenden Kaderumbruch mitgestalten können. Noch vor Saisonende will Bickel einen neuen Mittelstürmer kaufen. Sollte doch noch ein neuer Übungsleiter gesucht werden, wäre Rapid für eine gemeinsame Abstimmung der offenen Personalfragen ohnehin spät dran.

Das gesamte Team bleibt

Nach fünf Liga-Siegen in Folge und dem überzeugenden 4:1 gegen die Admira ist die Entscheidung gefallen: Djuricin bekommt einen neuen Vertrag angeboten. Am Mittwoch werden erstmals Details verhandelt.

Da der 43-jährige Wiener mit dem aktuellen Trainerteam weiterarbeiten und keine großen Forderungen stellen will, ist eine rasche Einigung möglich. Vielleicht sitzt Djuricin am Sonntag in Graz bereits mit einem neuen Vertrag auf der Bank.

Dass im Klub-Umfeld nach wie vor nicht alle überzeugt sind, weiß Djuricin: „Ich verstehe, dass einige sagen: ’Der kämpft um Platz drei – warum soll man da verlängern?’ Es sind aber oft diese Leute, die nicht verstehen, wie groß der Rucksack war, den wir aus der Vorsaison mitgenommen haben.“

Faktor Glück

Dass trotzdem viel mehr möglich gewesen wäre, zeigen auch die 21 Schüsse an die Stange bzw. Latte. „Bis vor einem Monat hatten wir wirklich oft Pech“, meint Djuricin. „In der Tabelle der Expected Goals (Berechnungsmodell zum „wahrscheinlichsten“ Spielausgang, Anm.) sind wir Zweiter, klar vor Sturm.“

Der zuletzt treffsichere Thomas Murg ist mit bereits sechs Stangenschüssen der „Alu-König“. Der Steirer hat unter Djuricin – neben Schwab, Ljubicic, Strebinger und Auer – den größten Sprung nach vorne gemacht.

Murg meint: „Natürlich müssen bei Rapid Leistung und Ergebnisse passen, bei uns hat öfters nur eines gestimmt.“ Zuletzt haben sich Bickel und der überragende Kapitan Stefan Schwab für Djuricin ausgesprochen. Nach seinen Ligatoren acht und neun bezieht auch Murg im KURIER-Gespräch Stellung: „Wir fühlen uns wohl mit diesem Trainer, das sieht man auf dem Feld. Ich freue mich für ihn, wenn sein Vertrag jetzt verlängert wird.“

Zur Entwicklung des Chefcoachs erklärt der 23-jährige Dauerläufer: „Er probiert sehr viel. Natürlich hat er da in seinem ersten Jahr auch Fehler gemacht. Aber das ist nur menschlich.“

Verletzungssorgen

Sollte die Siegesserie in Graz weitergehen, wäre Platz zwei nur noch zwei Punkte entfernt. „Ich freue mich schon jetzt riesig auf Sturm. Das werden noch geile Wochen“, kündigt Murg an.

Allerdings bangt Djuricin um zwei Schlüsselspieler: Bei Bolingoli und Galvao war eine Magnetresonanz-Untersuchung nötig, um etwaige Verletzungen abzuklären.