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Sport Fußball
03/30/2021

Warum die ÖFB-Partie gegen Dänemark richtungsweisend wird

Franco Foda verzichtet weiterhin auf Pragmatismus und Entertainment. Der Teamchef lässt sich rein an Resultaten messen.

von Andreas Heidenreich

Eines lässt sich bereits nach zwei Spielen in der WM-Qualifikation sagen: Österreich wird am Ende einen Punkt mehr als die Dänen benötigen, um sich in der Tabelle der Gruppe F vor ihnen einzureihen. Im direkten Vergleich des Torverhältnisses – das im FIFA-Bewerb zählt – wird man bestenfalls zweiter Gewinner sein. Dänemark hält bei 10:0, Österreich aktuell bei 5:3 und wird unter Franco Foda auch kein Schützenfest mehr feiern.

Darin liegt mitunter auch der Grund, wieso der Teamchef trotz Punkteschnitts von 2,09 nach 32 Länderspielen bei kritischen Analysen immer seltener außen vor gelassen wird. Es ist die Spielweise, die trotz technisch hoch veranlagter Spieler und mehrheitlicher Erfolge den meisten Zuschauern nicht unter die Haut geht.

Gegen die Gewohnheit

Das ist das eine. Darüber hinaus wird man wiederholt den Verdacht nicht los, dass mehr möglich wäre. Etwa, wenn Foda – wie gegen die Färinger – Spieler nach Ballverlusten zum Rückzug beordert und lieber erst im Mittelfeld Pressing betreiben lässt, als umgehend im Angriffsdrittel. Ganz so, wie es die Mehrheit der Teamspieler bei ihren Klubs praktiziert und daher auch gewohnt wäre.

Sprich: Foda fehlt die Bereitschaft zu Pragmatismus. Er zwängt Spieler lieber in das von ihm bevorzugte System, als dieses nach deren Stärken auszuwählen. Dabei spräche auch der Faktor Zeit genau dafür. Bei drei Länderspielen in zehn Tagen könne nur regeneriert, aber kaum Neues einstudiert werden, ist oft zu hören. Umso mehr böte es sich an, auf die Gepflogenheiten jener Herrschaften einzugehen, die den jeweiligen Sieg auch einfahren und Österreich schließlich bei der WM in Katar vertreten sollen.

Um es dorthin zu schaffen, wird man nach den zwei verlorenen Punkten in Glasgow nun zumindest das Heimspiel gegen Dänemark gewinnen müssen. Denn wer selbst mit einer B-Elf einen Gegner wie Moldau regelrecht demütigt, von dem sind so schnell auch keine Umfaller zu erwarten.

Dementsprechend richtungsweisend kann das Spiel im Prater am Mittwoch schon werden. Von der Charakteristik ist wohl eher ein Geduldsspiel, denn Hurra-Fußball zu erwarten. Eine rot-weiß-rote Formation mit drei Innenverteidigern und einem dicht gestaffelten Mittelfeld. Foda kann – so wie er es am liebsten tut – dem Gegner die Spielgestaltung überlassen und im eigenen Stadion kontern. Und nicht ganz überraschend wäre das knappste aller Ergebnisse, herbeigeführt durch ein Tor aus einer Standardsituation. Sofern die Österreicher in dieser Disziplin zulegen. Denn obwohl gegen die Färöer Aleksandar Dragovic den Ausgleich nach einem Eckball erzielt hat und dem Gegentor durchaus ein Foul vorangegangen ist, strahlte die ÖFB-Elf vor allem bei ruhenden Bällen des Gegners am Sonntag alles aus, nur keine Sicherheit.

Eine Zitterpartie könnte es werden. Allemal. Nur eines ist auszuschließen: In Schönheit sterben wird man unter diesem Trainer auch gegen die Dänen nicht.

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