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Sport Fußball
09/13/2019

Warum der FC Barcelona um Lionel Messi zittert

Der Superstar laboriert noch immer an einer Wadenverletzung - und die Katalanen sind in der Krise.

von Florian Plavec

Wer einen Rundgang durch das imposante Camp Nou in Barcelona macht, dem wird unmissverständlich klar gemacht: Der beste Fußballer, den es auf diesem Planeten je gegeben hat, heißt Lionel Messi. Darüber wird nicht diskutiert, das ist unumstößliche Tatsache bei den Katalanen. "The GOAT" steht dort, The Greatest Of All Time.

Da sind seine sechs Goldenen Schuhe ausgestellt, die er für seine Leistung als bester Torschütze Europas bekommen hat, da hängen signierte Trikots und im Fanshop sind die Shirts mit seiner Nummer 10 seit Jahren der Topseller. Über diesen Personenkult kann man diskutieren. Auch darüber, ob Messi tatsächlich der Beste aller Zeiten ist. Gab es doch einen Pelé oder einen Maradona, gibt es derzeit einen Ronaldo, der ihn zumindest bei der Torquote übertrifft.

Nicht diskutieren kann man allerdings darüber, dass Lionel Messi seinem Verein fürchterlich abgeht. Denn der 32-jährige Argentinier laboriert seit Wochen an einer Wadenverletzung und steht seinem Team auch im Heimspiel am Samstag (21.00) gegen Valencia nicht zur Verfügung.

Ohne seinen Superstar holte der FC Barcelona vier Punkte aus den ersten drei Spielen, in der Tabelle liegen die Katalanen nur auf Rang acht. Das ist der schlechteste Saisonstart seit 2008.

Neben Messi waren zuletzt auch seine Offensiv-Kollegen Luis Suárez und Ousmane Dembélé verletzt ausgefallen. Die Vertreter des Trios rund um Antoine Griezmann schossen bei Aufsteiger Osasuna (2:2) in der ersten Halbzeit kein einziges Mal aufs Tor. "Schrecklich", befand Trainer Ernesto Valverde, der längst nicht mehr unumstritten ist.

Es muss "Klick machen"

Messi, der höchst selten Interviews gibt, sagte der Zeitung "Sport", noch nicht beunruhigt zu sein. Er forderte aber, dass es jetzt nach der Länderspielpause "Klick machen" muss. „Wir müssen als Team stärker werden und anfangen zu gewinnen.“

Er selbst trainiert noch individuell, der Zeitpunkt der Rückkehr in die Startelf ist offen. In der kommenden Woche beginnt die Champions League. „Man wird sehen, ob ich rechtzeitig für Dortmund oder Granada wieder fit bin“, sagte Messi. Auch Dembélé wird am Wochenende noch fehlen, Suárez trainierte hingegen zuletzt wieder mit der Mannschaft mit.

Zuletzt wurden Gerüchte laut, dass Messi den Klub im Sommer 2020 ablösefrei verlassen könnte. Zwar ist in seinem Vertrag (bis 2021) eine Ablösesumme von 700 Millionen Euro festgeschrieben, doch eine Klausel soll es dem Stürmer möglich machen, einseitig zu kündigen.

Wie lange der fünffache Weltfußballer noch bei Barcelona bleiben wird, scheint er von der sportlichen Perspektive abhängig zu machen. „Ich möchte so lange wie möglich in Barcelona bleiben. Barcelona ist mein Zuhause“, sagte er. „Aber ich will auch keinen langfristigen Vertrag haben und dann nur deswegen hier sein. Und ich will weiter Titel gewinnen.“

Messi wechselte vor mittlerweile 19 Jahren aus seiner argentinischen Heimat Rosario in die Jugend des FC Barcelona. Seitdem gewann er mit dem Klub unter anderem viermal die Champions League, zehnmal die spanische Meisterschaft und sechsmal den Cup.

"Ich hab noch nicht genug, weder in der Champions League, noch in der Liga", sagte er auf der Vereins-Homepage. "Es ist schon lange her, seit wir zuletzt die Champions League gewonnen haben."

Nämlich vier Jahre.