Sport | Fußball 05.12.2011

Wallner rettet Salzburg einen Punkt

Ersatzgeschwächte Salzburger erkämpfen gegen schwache Grazer einen Punkt. Sturm bleibt in der EM-Arena sieglos.

Der Magen- und Darmvirus, den die Salzburger vom Europacup-Ausflug nach Zypern mitgebracht hatten, hat Spuren hinterlassen: Von den zehn erkrankten Spielern konnte Salzburg-Trainer Moniz mit Cziommer und Wallner nur zwei aufbieten. Lindgren, Svento, Ulmer und Schwegler waren noch immer so geschwächt, dass sie nicht einmal auf der Ersatzbank sitzen konnten.

Moniz blieb seinem Motto "Man muss immer in Lösungen denken" treu, jammerte nicht und überraschte: Trotz eines 27-Mann-Kaders bot er mit Savic einen Spieler aus der Regionalliga-Mannschaft auf. Der erst 17-Jährige bildete zusammen mit U-20-WM-Starter Offenbacher und Cziommer das zentrale Mittelfeld.

Aber auch Sturm-Trainer Foda bot nicht seine stärkste Elf auf - allerdings freiwillig. Vier Tage vor dem Champions-League-Play-off-Spiel gegen BATE Borisow war Szabics nicht im Kader, Säumel saß auf der Bank. Die zwei Absenten konnten die Grazer zunächst besser verkraften als die Salzburger ihre: Kienast prüfte Keeper Gustafsson früh (4.). Doch der Anfangselan war bald verpufft. Die Grazer bekamen Probleme, weil sie gegen Salzburgs Verlegenheitself das Spiel machen mussten. Und das behagte den limitierten Meisterkickern überhaupt nicht.

Langweilig

Also mutierte der Schlager Vizemeister gegen Meister ziemlich schnell zu einem Unspiel. Sturm hatte erkannt, dass man mit Offensivspiel nicht zum Erfolg kommen würde und zog sich ebenfalls zurück. Also entwickelte sich eine erste Hälfte mit einer weiteren Torchance. Sturm-Spieler Wolf vergab diese allerdings so kläglich, als hätte er für Salzburg klären wollen (41.).

Ein einziger (!) Schuss aufs Tor von beiden Mannschaften beweist, wie schlecht die ersten 45 Minute waren. Moniz reagierte zur Pause, brachte mit Christoph Leitgeb für den überforderten Savic noch ein Virus-Opfer.

Belohnt für eine unterirdische Leistung wurde aber zunächst Sturm. Sekagya ermöglichte mit einer ungeschickten Attacke gegen Kienast Schiedsrichter Einwaller einen Elferpfiff. Der Gefoulte sollte der erste Spieler werden, der Salzburg-Keeper Eddie Gustafsson in der Bundesliga vom Elferpunkt bezwingen konnte - 0:1 (50.).

Überfordert

Die Salzburger wären jetzt gefordert gewesen, konnten aber in dieser körperlichen Verfassung spielerisch nicht reagieren. Erst ein Freistoß von Wallner brachte gegen zehn Grazer - der eingewechselte Haas war wegen einer unnötigen Attacke ausgeschlossen worden - doch noch den Ausgleich zum 1:1 (89.).

Die Salzburger müssen nun am Donnerstag im Europa-League-Play-off gegen Omonia Nikosia ein 1:2 aufholen. Bis dahin sollten alle erkrankten Spieler wieder fit sein. Ob die Grazer vom Virus verschont bleiben, werden erst die nächsten Tage zeigen. Dass der Virus durchaus ansteckend ist, beweist nämlich die Tatsache, dass auch die Ehefrau eines nach Zypern mitgereisten Journalisten erkrankt ist.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011