Sport | Fußball
11.03.2012

Walke: "Brauchen ein, zwei Arschlöcher"

Salzburgs Goalie hält nichts von zu guter Team-Harmonie. Rapid-Coach Schöttel sah eine vermeidbare Niederlage.

Vizemeister Salzburg ist zurück an der Spitze der Bundesliga. Dank des 3:1-Heimerfolgs über Rapid am Samstag bekleidet man erstmals seit der neunten Runde bzw. Ende September des Vorjahres wieder jene Position, nach der das eigene Selbstverständnis auch verlangt - und das, ohne über einen längeren Zeitraum richtig überzeugt zu haben. "Es ist eine verrückte Saison. Wahnsinn - obwohl wir so viele Spiele verloren haben, sind wir jetzt Erster", sagte "Bullen"-Verteidiger Alexander Schwegler und brachte die aktuelle Liga-Lage damit auf den Punkt.

Salzburg hält ebenso wie Rapid bei 38 Punkten, die Wiener Austria könnte am Sonntag mit einem Sieg gegen die Admira gleichziehen. Damit ist der Tabellensiebente, Wacker Innsbruck nur sieben Zähler von der Spitze entfernt. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 hatte kein Führender nach 24 Runden weniger Zähler am Konto als heuer.

Sieg fürs Selbstvertrauen

Dem vielgescholtenen Salzburg-Coach Ricardo Moniz wird das derzeit egal sein. "Wir haben diesen Sieg für das Selbstvertrauen gebraucht", erklärte der Niederländer offen und freute sich über das konsequente Auftreten seines Teams. "Nach dem Ausgleich hat die Mannschaft in einer Schlagerpartie mentale Härte gezeigt. Sie ist zurückgekommen. Wir waren heute nicht so spritzig, wir mussten eine Enttäuschung verarbeiten."

Die Führung sei erfreulich, aber letztlich zweitrangig. "Wichtiger ist für mich die Entwicklung der Mannschaft, und dass wir guten und effizienten Fußball spielen. Wenn es gegen Kapfenberg schiefgeht, fängt alles wieder von vorne an (Kritik, Anm.)", sagte Moniz im Hinblick auf das nächste Spiel am Samstag. "Wir werden immer die Gejagten sein." Und Abwehrspieler Martin Hinteregger, zuletzt aus disziplinären Gründen aus dem Kader verbannt, freute sich über "einen kleinen Schritt aus der Minikrise".

Goalie Alexander Walke stärkte Moniz den Rücken. "Wir innerhalb der Mannschaft diskutieren nicht über den Trainer, das machen nur die Medien. Wir sind Tabellenführer, also hat daran auch der Trainer seinen Anteil." Und der Deutsche machte aus seinem Herzen neuerlich keine Mördergrube: "Wir sind eine super Truppe. Aber die Harmonie ist vielleicht manchmal zu gut. Es wäre besser, wenn wir ein, zwei Arschlöcher in der Mannschaft hätten."

Schutzaktion

Aufseiten Rapids sorgte Schiedsrichter Rene Eisner beim Stand von 0:0 für Unmut, weil er einen Hands-Elfer gegen die Gäste aussprach, den David Mendes da Silva souverän verwertete. "Beim Elfer stellt sich wieder einmal die Frage, ob es eine natürliche oder eine unnatürliche Bewegung war", meinte der Trainer. Auch Verursacher Heikkinen war enttäuscht. "Es war eine reine Schutzaktion", erklärte der Finne.

Missfallen erregte bei den Gästen aber nicht nur der Strafstoß, sondern auch der Ausschluss von Burgstaller im Finish nach einem Foul an Leonardo. "Die Gelb-Rote Karte für Burgstaller hat es wegen eines Fouls an einem Spieler gegeben, der schon lange nicht mehr am Platz hätte stehen dürfen", monierte Kapitän Stefan Hofmann, auch Schöttel nahm den Brasilianer in die Pflicht. "Man kann auch fragen, wie vernünftig es ist, wenn Leonardo Prager würgt." Der Offensivspieler der Salzburger erlitt bei der Attacke vermutlich eine Knieprellung, Genaueres sollte nach einer Magnetresonanz-Untersuchung am Montag feststehen.

Insgesamt sprach Schöttel von einer "vermeidbaren Niederlage. Es ist unglücklich gelaufen. Salzburg wäre zu schlagen gewesen, aber letztlich waren sie die bessere Mannschaft. Beim zweiten Gegentor haben wir uns sehr ungeschickt angestellt. In einer Phase, in der wir physisch sehr stark und dominant waren." Der Ex-ÖFB-Internationale nahm das Resultat aber relativ gelassen: "Meine Mannschaft ist immer noch in einer Entwicklung."

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