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Sport Fußball
05/12/2012

WAC steigt in tipp3-Bundesliga auf

Die Kärntner gewinnen bei der Vienna, während der LASK gegen 10 Grödiger nur 1:1 spielt.

Mit dem WAC/St. Andrä ist zwei Jahre nach dem Abgang von Austria Kärnten wieder ein Verein aus Kärnten in der Bundesliga vertreten. Der Verein aus dem Lavanttal schaffte zwei Jahre nach dem Aufstieg in die Erste Liga auch den Sprung in die höchste Spielklasse.

Die Kärntner schlugen am Freitag die Vienna 3:1 und profitierten von einem Patzer des LASK. Die Oberösterreicher führten gegen Grödig schon 1:0, kassierten mit einem Mann mehr noch den Ausgleich. Grödigs Burgenländer Thomas Salamon war vom burgenländischen Schiedsrichter Dintar ausgeschlossen worden.

2,5 Millionen Euro betrug das Budget in der Ersten Liga. Nach dem Aufstieg will der Verein noch einmal eineinhalb Million dazulegen und bewegt sich damit in jenen bescheidenen Dimensionen, die auch Absteiger Kapfenberg zur Verfügung standen. Der Geldgeber hinter den Kulissen ist dabei Präsident Dietmar Riegler. Der Unternehmer ist mit seiner auf Biomasse-Heizkraftwerke spezialisierten RZ-Firmengruppe Hauptsponsor und Gönner der Wolfsberger. Als Aktiver stand Riegler auch für den WAC auf dem Platz.

2002/03 stieg Riegler ursprünglich als Präsident in St. Andrä ein. Innerhalb von neun Jahren zog er mit dem 1931 gegründeten WAC im Eiltempo in die Bundesliga ein. Seit 2007 bilden die Wolfsberger eine Spielgemeinschaft mit dem benachbarten SK St. Andrä, wodurch nach fast 20 Jahren auch die Rückkehr in die Regionalliga Mitte geschafft wurde. 2010 folgte der Aufstieg in die Erste Liga als Zweiter, da Meister Pasching nicht aufstiegsberechtigt war. In der Relegation setzte man sich gegen Parndorf durch.

Nach Rang vier im Vorjahr schaffte der WAC/St. Andrä nun einigermaßen überraschend den Titel. Nach Austria Klagenfurt, Radenthein, St. Veit, Spittal/Drau, FC Kärnten und Austria Kärnten ist der Verein somit der siebente Kärntner Vertreter, der jemals in Österreichs Fußball-Oberhaus vertreten war. Anders als beim Retortenprojekt aus Klagenfurt bauen die Lavanttaler aber keine Luftschlösser.

"Wir werden so weiterarbeiten wie bisher, wollen nichts überstürzen. Wir werden unsere Vision gezielt weiterverfolgen", sagte Klubboss Riegler. So sollen weiter vor allem junge Kärntner ins Team des kroatischen Trainers Nenad Bjelica (40) eingebaut werden. Große Transferbomben darf man sich von den Kärntnern nicht erwarten. Dies entspräche auch gar nicht dem Leitmotiv. "Jeden Euro, den man ausgibt, sollte man auch reinbekommen. Bei uns wird jedenfalls nichts riskiert. Wenn wir gleich wieder absteigen sollten, dann ist es eben so", sagte Riegler.

Noch nicht Bundesliga-tauglich ist die heimische Lavanttal-Arena. Diese scheint die größte Baustelle der Wolfsberger. Das Kleinstadion fasst aktuell 4.100 Zuschauer, wovon allerdings nur 1.100 Sitzplätze bestehen. In der Liga sind 3.000 vorgeschrieben, die Übergangsfrist dauert ein Jahr. Im Sommer soll nun mit dem Bau einer zusätzlichen Sitzplatz-Tribüne für 2.500 Zuschauer begonnen werden.

Ein weiteres Problem ist der Auswärtssektor. Da dieser nicht genug abgesichert ist, steht bei Spielen gegen Rapid oder Sturm Graz ein Ausweichen in die Klagenfurter EM-Arena im Raum. "Es ist eine Überlegung, Spitzenspiele in Klagenfurt auszutragen. Natürlich müssen dabei aber die Rahmenbedingungen passen", stellte Riegler klar. Ohnedies sei das Abenteuer Bundesliga für die 25.000 Einwohner zählende Stadtgemeinde Wolfsberg "Neuland".

In punkto Zuschauerschnitt liegt der Verein aufgrund des zuletzt steigenden Interesses aktuell bei rund 2.700 Fans pro Spiel. Erreicht werden soll in der Bundesliga ein Schnitt zwischen drei- und dreieinhalbtausend Fans. Fest steht, dass der Klub in der höchsten Spielklasse wieder als WAC fungieren wird. Die Spielgemeinschaft mit St. Andrä wird im Sommer gelöst. Keine Probleme soll dabei bereiten, dass der SK eigentlich Lizenzträger ist. Die Trennung folgt laut Riegler auf Wunsch des Nachbarn, der im Unterhaus als eigenständiger Verein einen Neustart machen will.

Vienna droht der GAK

Verfinstert hat sich die Ausgangslage der Vienna. Der FC Lustenau gewann das Derby gegen Austria Lustenau 2:1 und verdrängte die Vienna auf den neunten Platz. Und FC Lustenau hat gute Chancen, den 8. Platz zu behalten. Die Vorarlberger, die einen Punkt vor der Vienna liegen, empfangen in der letzten Runde das abgeschlagene Schlusslicht Hartberg. Gewinnt der FC gegen Hartberg, muss Vienna in die Relegation gegen den GAK, egal wie die Wiener in der letzten Runde spielen.

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