Am 20. April 2013 erzielte Jonatan Soriano drei ganz besondere Tore.

© Red Bull/GEPA/Felix Roitner

Sport Fußball
04/20/2020

Vor 7 Jahren: Der Red-Bull-Torjäger, der aus dem Kreißsaal kam

Am 20. April 2013 beschenkte sich Jonatan Soriano am Tag der Geburt seiner dritten Tochter mit drei Treffern.

von Stephan Blumenschein

202 Spiele absolvierte Jonatan Soriano für Red Bull Salzburg: 144 in der Bundesliga, 37 im Europacup und 21 im ÖFB-Cup. 172 Tore hat der Spanier für die Salzburger erzielt: 120 in der Bundesliga, 27 im ÖFB-Cup und 25 im Europacup. Jene drei Treffer, die der treffsicherste Legionär der österreichischen Liga-Geschichte am 20. April 2013 beim 6:2-Heimsieg der Salzburger gegen den Wolfsberger AC erzielen konnte, waren wohl die bemerkenswertesten.

 „Es gibt wichtigere Dinge im Leben als Fußball“, hatte Roger Schmidt vor dem Spiel gemeint. Der Salzburg-Trainer hatte seinem Torjäger Jonatan Soriano erlaubt, bei der Geburt seiner dritten Tochter Avril dabei zu sein. Kurz vor der Pause kam der Spanier dann direkt aus dem Krankenhaus in die Red-Bull-Arena. Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Ersatzmann Alan schon zwei Treffer erzielt. Trotzdem stand es zur Pause nur 2:2. Denn die Salzburger hatten sich Fehler in der Defensive erlaubt.

Mit dem Seitenwechsel kam Soriano aufs Feld. Und der Spanier brauchte nur fünf Minuten, um sein 23. Saisontor zu erzielen. Er ließ WAC-Keeper Dobnik mit einem Heber keine Chance – 3:2 (50.). Mit dem 4:2, Alan traf zum dritten Mal (58.), war das Spiel entschieden. Die letzte Viertelstunde wurde zur Soriano-Show. Der Jungpapa erzielte noch zwei Treffer (76., 87.).

Der DJ in der Red-Bull-Arena bewies Gespür für die Magie des Augenblicks. „Tage wie diese“ schallte nach dem 6:2 aus den Lautsprechern. „Ich werde diesen Tag niemals vergessen“, erklärte der damals 27-jährige Spanier. Drei Töchter, drei Tore, drei Punkte – und das alles in nicht einmal drei Stunden.

Vom Kreißsaal im Diakonissen-Krankenhaus Aigen im Süden Salzburgs war er quer durch die Stadt in die Red-Bull-Arena nach Wals-Siezenheim gedüst. „Meine Frau hat sich etwas Zeit gelassen. Ich habe nicht mehr mit meinem Einsatz gerechnet“, gab Soriano zu Protokoll.

Trainer Roger Schmidt hatte ihm einen Platz auf der Ersatzbank freigehalten – ein Schachzug, der das denkwürdige Spiel entscheiden sollte. „Er wollte unbedingt spielen. Und wenn er spielen will, spielt er auch. Jonatan ist ein absoluter Leistungsträger“, sagte Schmidt.

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Der dreifache Papa sollte in den 45 Minuten eine Leichtigkeit zeigen, wie er sie davor in Salzburg noch nie an den Tag gelegt hatte. Soriano erzielte an diesem denkwürdigen nicht nur seine Saisontore 23, 24 und 25, sondern hätte bei etwas Schussglück noch drei weitere Treffer erzielen können.

Seine Tore wurden damals auch in seiner Heimat Spanien registriert: Die Sporttageszeitung AS berichtete auf ihrer Internetseite schon am Samstagabend über Sorianos Kunststück. Dass er kurz davor zum dritten Mal Vater geworden war, hatte sich allerdings noch nicht herumgesprochen.

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