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Sport Fußball
06/16/2021

Von Hasil bis Arnautovic: Österreichische Kultkicker in Holland

Österreichische Fußballer spielten einst in den Niederlanden eine große Rolle, einige Oranje-Spieler schrieben auch in Österreich Schlagzeilen.

von Christoph Geiler

Einmal im Jahr zieht es Franz Hasil nach Rotterdam. Dann wird in der niederländischen Hafenstadt jenem Ehrenbürger gehuldigt, der auch jungen Fans von Feyenoord ein Begriff ist, obwohl der 76-jährige Wiener vor einem halben Jahrhundert am Ball war.

Unter Trainer Ernst Happel, der 1978 die niederländische Nationalmannschaft ins WM-Finale führte, gewann Franz Hasil 1970 den Pokal der Landesmeister. Zu Ehren des beliebten Mittelfeldspielers wurde in Rotterdam eine eigene Statue errichtet, dazu wurde Hasil zum besten Legionär des 20. Jahrhunderts gewählt. „Und bei der holländischen Königin hatte ich auch eine Audienz“, verriet er.

In den folgenden Jahren zog es einige österreichische Teamspieler in die Eredivisie: Heinz Schilcher, der spätere Manager von Sturm Graz, gewann im Trikot von Ajax Amsterdam 1972 und 1973 den Landesmeisterpokal.

Willy Kreuz spielte von 1972 bis 1978 für Sparta Rotterdam und Feyenoord. Kurt Welzl holte 1981 mit AZ Alkmaar das Double und stand im Europacup-Finale, auch Franz Oberacher stand eine Saison bei AZ unter Vertrag.

Mit Felix Gasselich, der 1985 mit Ajax Amsterdam Meister wurde, endete für längere Zeit die Ära der österreichischen Fußballer in den Niederlanden.

In den 2000er-Jahren waren dann wieder vermehrt heimische Kicker in der Eredivisie am Ball. Viele wechselten bereits in jungen Jahren in die Niederlande und kamen in den Genuss der hervorragenden Nachwuchsausbildung. Volkan Kahraman feierte mit 17 sein Debüt in der Kampfmannschaft von Feyenoord und spielte dann bei Sparta Rotterdam. Thomas Prager wurde mit 20 Jahren Stammspieler beim SC Heerenveen.

Michael Schimpelsberger kam zu drei Einsätzen im Trikot von Twente Enschede. Bei diesem Klub gelang einem gewissen Marko Arnautovic der Durchbruch. In der Saison 2008/'09 erzielte der Teamspieler zwölf Tore. Später waren u.a. auch noch Marcel Ritzmaier (PSV) oder zuletzt auch Maximilian Wöber (Ajax) in der Eredivisie engagiert.

Prominente Namen

Umgekehrt zog es immer wieder Fußballer von Holland nach Österreich. So avancierte Hugo Hovenkamp, 1978 Vizeweltmeister unter Happel, in seinen zwei Jahren bei Innsbruck (1983 bis 1985) zum großen Publikumsliebling. Weniger erfolgreich verlief das Engagement von Barry Hulshoff für den GAK. Der Verteidiger, der mit Ajax dreimal den Landesmeisterpokal gewann, bestritt für die Grazer nur drei Partien. Wacker Innsbruck hatte mit einem zweiten Niederländer weniger Glück: Mario Been erzielte in der Saison 1992/'93 in 14 Partien nur ein Tor.

Während Rapid bislang erst drei niederländische Fußballer unter Vertrag hatte – Frans Beelen  (1943), Gaston Taument (2002 – 2004)  und Jan Vennegoor of Hesselink (2010 – 2011) –  schaltete  der Stadtrivale immer wieder einmal die Ampel auf Orange.

Frenkie Schinkels war der erste, später folgten u. a. noch Eric Orie, Verteidiger Frank Verlaat, der seine Karriere später bei Sturm ausklingen ließ, oder der hochveranlagte Nacer Barazite, der einmal als eines der größten Talente seines Landes galt. Für wenige Monate hatte die Austria in Arie Haan, Vizeweltmeister von 1978, auch einen niederländischen Trainer (2001). Fast zur gleichen Zeit saß Thijs Libregts auf der GAK-Trainerbank und holte den Cup.

Geplatzter Coup

Vor allem die Vereine aus Vorarlberg setzten regelmäßig auf Spieler aus den Niederlanden. Sammy Koejoe, der später auch für Salzburg und Innsbruck stürmte, hatte großen Anteil am Aufstieg von A. Lustenau in die Bundesliga. Armand Bennekker und Erik Regtop spielten sowohl für Bregenz als auch für Lustenau. Auch Alex Pastoor, der im Frühjahr als Altach-Coach abgelöst wurde, war schon als Spieler im Ländle.

Salzburg-Fans werden sich vielleicht noch an Barry Opdam und David Mendes erinnern, die geholt wurden, als in der Red-Bull-Ära noch auf Routiniers gesetzt wurde.

Die Vienna hätte 1995 beinahe mit Jimmy Floyd Hasselbaink einen Mega-Coup gelandet. Der Testspieler war dem Klub aber zu teuer, später wurde der Stürmer zweimal Torschützenkönig in der Premier League.

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